Bulle & Bär: „Commodities“ feiern Renaissance in den Depots

Bulle & Bär
„Commodities“ feiern Renaissance in den Depots

Manchmal entwickeln sich Dinge so schnell und so dynamisch, dass es auch Experten den Atem verschlägt. Ein aktuelles Beispiel bieten die Märkte für Industriemetalle. Die Analysten hecheln den aktuellen Preissteigerungen hinterher. Ihre Prognosen sind schon bei ihrer Veröffentlichung überholt.

FRANKFURT. Jetzt bieten die jüngsten Umfragen der Agenturen Reuters und Bloomberg einen Einblick in die Verunsicherung der Expertengilde. Die Preisschätzungen liegen im Schnitt weit unter den aktuellen Notierungen. Demnach wären drastische Korrekturen zu erwarten. Darüber hinaus sind die Schätzungen extrem breit gestreut. Die Analysten sind demnach höchst unterschiedlicher Ansicht über die Zukunft der Preise.

Es gibt gute Gründe für die Verunsicherung. Basismetalle sind heute im Schnitt drei Mal so teuer wie noch vor vier Jahren. Der gesunde und vom Börsengeschehen geprägte Menschenverstand würde Korrekturen nahe legen. Aber Rückschläge halten sich in Grenzen. Die Dynamik ist ungebrochen. Erst in den vergangenen Handelstagen kletterten an der Londoner Metallbörse beispielsweise Zink und Blei auf neue Höchststände. In der Spitze wurden fast 2 200 bzw. 1 300 Dollar je Tonne für die Dreimonats-Lieferung gezahlt.

Genau diese beiden Metalle reflektieren die Unsicherheit der Analysten am deutlichsten. Bei Zink liegen die Prognosen so weit auseinander wie bei keinem anderen Basismetall. Laut der Reuters-Umfrage erwartet lediglich die Deutsche Bank für dieses Jahr noch geringe Zugewinne, die ANZ Bank dagegen einen Kollaps auf die weniger als die Hälfte. Blei sticht hervor, weil ihm der Titel für die negativste Gesamtstimmung gebührt: Der Durchschnitt der Prognosen liegt um mehr als ein Viertel unter den aktuellen Notierungen.

Motoren der Preishausse sind vor allem die massiv wachsende Ressourcennachfrage aus China und das zunehmende Interesse von institutionellen Großanlegern an Rohstoffen. Beide Faktoren werden anscheinend immer noch unterschätzt. Viele Fachleute warten beispielsweise auf eine konjunkturelle Beruhigung in China, was auch die Metallnachfrage dämpfen würde. Doch bisher zeigt die chinesische Wirtschaft keine Schwäche.

Auch im Investmentbereich sind neue Zeiten angebrochen. Rohstoffe spielten in den Depots großer Investoren bis vor kurzer Zeit praktisch keine Rolle. Das beginnt sich zu ändern. Die „Commodities“ feiern eine Renaissance in den Depots als zusätzliche Ertragsquelle und Mittel zur Risikostreuung.

Aufsehen erregte vor wenigen Tagen die Nachricht, dass der Pensionsfonds des britischen Konzerns BT eine Milliarde Pfund in Rohstoffen investieren wird. Das sind immerhin drei Prozent des gesamten Depots. Andere Großinvestoren wollen dem Beispiel folgen. Das ist der Treibstoff für künftige Preissteigerungen.

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