Bulle & Bär
Das Sagen haben die Daytrader

Nach fünf Handelstagen im Plus ging es am Deinstag an den Börsen wieder mal bergab. Das ist nicht weiter beunruhigend, ganz im Gegenteil. Zeigt es doch, dass die Aktienmärkte zumindest versuchen, trotz anhaltender Finanz- und Wirtschaftskrise einen Hauch von Normalität zu wahren und an nachrichtenschwächeren Tagen schlicht Gewinne mitzunehmen.

FRANKFURT. Überhaupt fällt auf, dass die Schwankungen – so heftig sie teilweise noch immer sein mögen – sich seit Monaten innerhalb einer sehr breiten Spanne bewegen. Beim Dax liegt diese ganz groß zwischen 4 000 und 5 000 Punkten. Die Beruhigung im Großen hat damit also bereits eingesetzt, auch wenn im Kleinen ein weiterhin spürbares Zucken herrscht.

Zweierlei Welten bewegen demnach die Börsen im Moment: Zum einen die kurzfristige, von Daytradern getriebene, die in jeder Nachricht einen Indikator für den schnellen Euro sehen. Zum anderen sind es diejenigen, die die Märkte zwar ebenso ständig im Blick haben, die sich aber mit mehr Abstand ihre Gedanken machen, wie Wirtschaft, Börsen und Finanzen aussehen werden, wenn sich diese Krise ihrem Ende zuneigen wird. Und vor allem, wann dies der Fall sein könnte.

Das Sagen hat derzeit die erste Gruppe. Vor allem deshalb, weil die zweite überhaupt nicht am Markt vertreten ist. Die geringen Börsenumsätze seit Jahresanfang bestätigen diese These. Die Interessantere ist aber zweifellos die zweite Gruppe. Ihre Zurückhaltung bedeutet, dass sie nur noch geringes Abwärtspotenzial und deswegen keinen Grund sieht, auf den aktuellen Niveaus größere Aktienpakete zu verkaufen. Da ändern selbst die drastischen Worte von US-Präsident Obama nichts, der seinen Landsleuten und der Welt gerade klargemacht hat, wie groß die Krise ist und wie groß sie noch werden kann.

Auf diejenigen, die man schon so lange Zeit nicht am Markt gesehen hat, wird es in Zukunft ankommen, wenn darüber entschieden wird, ob den Dax-Punktestand eine „3“ oder eine „5“ anführt. Wann sie zurückkommen, ist noch offen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%