Bulle & Bär
Dax eilt der Realität voraus

Es hat ein Ende mit dem Gezerre, der Dax überspringt die 5 000-Punkte-Marke - und das mit Bravour. Die häufigen Anläufe gingen schon an die Nerven. Anleger sollten jedoch aufpassen.

DÜSSELDORF. Setzte die Messlatte zur Korrektur an, brachen die Probleme rund um die Immobilien-, Banken- und Konjunkturkrise hervor. Doch genauso rasch stiegen die Kurse wieder, getrieben von Hoffnungen auf einen Aufschwung. Jetzt ist es entschieden: Am Pfingstmontag hat sich der Dax über die Marke von 5 000 geschwungen - sogar mit Bravour.

Anzeichen einer großen Korrektur, wie sie Woche für Woche beinahe jedes Bankhaus vorhersagt, sind bislang ausgeblieben. Kein Wunder, denn die niedrigen Investitionsquoten der meisten Anleger, wie sie Sentix in Deutschland und Sentimenthäuser in den USA erfassen, vermitteln ein klares Bild: Bei jeder sich bietenden Gelegenheit eines Kursrückgangs springen die Zuspätgekommenen auf den Börsenzug auf. Deshalb mündet jeder Ansatz eines Kursverfalls in einen neuerlichen Spurt nach oben.

Doch Anleger sollten sich nicht in Sicherheit wähnen. Wenn die Unternehmen ab Juli über das zweite Quartal berichten, werden die Karten neu gemischt. Schließlich sinken die Aufträge weiter. Das wird sich in miserablen Umsätzen, Gewinnen und Margen ausdrücken. Etliche Konzerne werden in die roten Zahlen rutschen und diese erstmals für das Gesamtjahr nicht ausschließen. Ein schlechtes erstes Halbjahr ist in den Köpfen verankert, ein verlustreiches Gesamtjahr aber noch nicht. Ebenso wenig spektakuläre Pleiten, die uns angesichts halbierter Auftragseingänge, über die derzeit viele Firmen berichten, noch bevorstehen dürften. Hier lauert viel negatives Potenzial.

Doch zunächst konzentrieren sich Anleger auf die Europäische Zentralbank. Dass sie am Donnerstag die Leitzinsen erneut senkt, erwartet kaum jemand. Mehr Spannung verspricht, wie die Währungshüter die zarten Erholungssignale bewerten. Böse Überraschungen drohen uns schließlich aus den USA, wenn uns am Donnerstag und Freitag Arbeitsmarktdaten das Ausmaß der Krise ins Gedächtnis rufen. Dass der Dax in solch einer Phase die 5 000er-Marke nachhaltig hinter sich lässt, erscheint ambitioniert.

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