Bulle & Bär
Den Lärm der Krise ignorieren

Die ersten 35 Prozent des Aufschwungs haben Europas Aktien bereits hinter sich. Und keiner hat's gemerkt. Das ist bitter, sehr bitter. Besonders bitter ist das für Anleger, die auf das ewige "Cash is king" der Zauderer angesprungen sind.

FRANKFURT. Bitter für Anleger, die im ersten Quartal wegen zunehmender Verkaufsempfehlungen von Wertpapier-Analysten zu Tiefstwerten veräußert haben.Bitter ist auch, wenn dieses 35-prozentige Plus mit jenen mageren Zinsen von 0,75 bis 1,25 Prozent verglichen wird, die Anlegern am Geldmarkt und auf Sparkonten geboten werden.

Landauf landab trommelten die Zauderer völlig verunsicherten Anlegern in den vergangenen Wochen und Monaten die These vom "Cash is king" in die Ohren. Wieder einmal lag nicht nur die gesamte Analystengilde mit solchen Prognosen auf der falschen Seite, sondern auch jene, die in öffentlichen Auftritten zur Aufstockung der Barreserven rieten. Die These vom "Bargeld lacht" trifft in einer Beziehung jedoch den Kern. Wer Banken sein Bargeld quasi zum Nullzins zur Verfügung stellt, sorgt dort für strahlende Mienen.

Anleger sollten aus dieser Krise lernen, den Status quo der Weltwirtschaft völlig losgelöst vom Status quo der Aktienbörsen zu betrachten. Nur wem es gelingt, sich in Boomzeiten nicht von der paradiesische Zustände versprechenden Euphorie und in der Krise nicht von depressiven Äußerungen der Totengräber der Wirtschaft einfangen zu lassen, wird an der Börse erfolgreich sein.

Zuletzt wurden die Gehirnzellen der Anleger überwiegend mit negativen Begriffen wie Chaos, Krise, Verluste, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit gefüttert. Wer sich von dieser Massenhysterie einfangen lässt, droht in ein depressives Loch zu fallen und völlig falsche Anlageentscheidungen zu treffen. Für die Mehrheit der Anleger erweist es sich in diesem Zyklus als wahre Kunst, den "Lärm der Krise" zu ignorieren, vollkommen uneingenommen die in der Zukunft liegenden Chancen zu analysieren und für die eigene Anlagepolitik Visionen zu entwickeln.

Sicher ist: der Weg aus dieser Systemkrise ist lang und schwierig. Wo die Welt bei der Bewältigung der Krise steht und wie der (künftige) Zustand der Weltwirtschaft sein wird, kann jeden Tag an den Börsenkursen abgelesen werden.

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