Bulle und Bär
Der etwas andere Blick in die Börsenwoche

Was für ein Paukenschlag: Alcoa meldet Gewinne! Besser hätte die Quartalssaison nicht beginnen können. Schließlich hatten Analysten erneut Verluste beim weltgrößten Alu-Hersteller erwartet. Dennoch: Wie so oft im an der Börse wollen viele Anleger auch diesmal nur eine Seite der Medaille sehen.

DÜSSELDORF. Im Aufwärtstrend regiert die "Glas-halbvoll"-Sichtweise, im Abwärtstrend dagegen der "Halb-leer"-Blick. Denn richtig ist auch, dass sich Amerikas Rohstoffkonzern den Gewinn mit Kostensenkungen und Umsatzeinbrüchen erkauft hat. Alcoa kappte die Produktion, entließ Mitarbeiter und erreichte so gerade eben schwarze Zahlen. Ein Aufschwung sieht anders aus.

Immerhin, Alcoa zeigt, was in düsteren Zeiten möglich ist. Doch reicht das? In der neuen Woche geben viele Unternehmen Auskunft, ob sie dank stillgelegter Maschinen die Kosten so weit gesenkt haben, dass es trotz massiver Auftragseinbrüche für Gewinne reicht. Die Aussichten dafür sind gemischt, allein schon deshalb, weil sich Alcoa nicht auf alle Branchen übertragen lässt und nicht alle Konzerne so schnell und radikal ihre Kosten herunterfahren können. Gewiss, die Banken stehen wieder besser da. Risikolose Geschäfte - beinahe zinslos Geld leihen und in Staatsanleihen anlegen - lassen die Gewinne sprudeln. Der Pharmariese Johnson & Johnson kennt die Probleme der gebeutelten Industrie nicht und dürfte kaum Angst und Schrecken verbreiten.

Mehr Spannung verspricht dagegen der Mischkonzern General Electric, das Spiegelbild der gesamten Wirtschaft. Auch Europas Telekommunikationsriesen Nokia und Ericsson lenken die Blicke auf sich. Widerstehen die drei der Versuchung, uns angesichts der unsicheren Weltkonjunktur wieder keinen Ausblick auf 2010 zu geben?

Allzu lange werden Anleger solch eine Prognoseverweigerung nicht mehr hinnehmen. Ganz besonders all jene Investoren nicht, die längst den Aufschwung wittern, deshalb in den Markt drängen und so jeden Ansatz einer Börsenkorrektur verhindern. Diese Anleger verlangen Aussagen zu 2010. Ansonsten beenden sie ganz schnell wieder ihre Wette auf die Zukunft und bringen so die Aktienmärkte in Schwierigkeiten.

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