Bulle & Bär
Der etwas andere Blick in die Woche

Weil von Unternehmensseite die Flut aus Quartalszahlen und Ausblicken allmählich abebbt, könnte der Dax schon in dieser Woche auf niedrigerem Niveau enden als er sie beginnt.

FRANKFURT. Wären da am Freitagnachmittag nicht noch die überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten gekommen, der Dax hätte die Woche auf dem Niveau beendet, auf dem er sie begonnen hat. Jetzt sieht es aber so aus, als ob die erste August-Woche nahtlos an die vorangegangenen erfolgreichen Juli-Wochen anknüpfen würde. Das waren die Zeiten, in denen man – einem lieben Brauch gleich – viel gute Laune in die neue Woche retten konnte. Die könnten jedoch vorbei sein.

Weil von Unternehmensseite die Flut aus Quartalszahlen und Ausblicken allmählich abebbt, könnte der Dax schon in dieser Woche auf niedrigerem Niveau enden als er sie beginnt. Mit den beiden Versorgern Eon und RWE sowie dem Stahlriesen Thyssen-Krupp legen zwischen Mittwoch und Freitag nur noch drei der 30 Dax-Konzerne ihre Zahlen vor. In der vergangenen Woche waren das noch bis zu sechs an einem Tag.

Mit Eon präsentiert zumindest der nach Börsenwert größte Dax-Wert seine Zahlen. Dessen Aktie hat sich seit dem Tief im Frühjahr weit mehr als 30 Prozent erholt. Analysten erwarten jetzt „solide“ Halbjahresergebnisse, so dass ein anschließendes Kursfeuerwerk wohl ausbleiben dürfte. Ähnlich sind die Aussagen zum Konkurrenten RWE, wo „keine Überraschungen“ prophezeit werden.

Ganz anders hören sich da die Stimmen zu Thyssen-Krupp an. Dort glaubt man an schwache Quartalszahlen und einen zurückhaltenden Ausblick. Und gerade diese Vorzeichen machen die Aktie für viele Börsianer in dieser Woche weitaus spannender als die vorher genannten.

Weil damit weiter günstige Einstiegskurse locken, der Stahlkonzern aber wegen Veränderungen im Management und Restrukturierungen langfristig gute Perspektiven bietet, sehen viele in den drohenden Negativ-Nachrichten das Positive. Die vier Wochen dauernde Kurserholung bis Anfang August hat somit in der Psyche vieler Investoren anscheinend doch größere Spuren hinterlassen, als viele das zugeben würden.

Auf Konjunkturseite ist die wesentliche Nachricht in dieser Woche, dass wohl alles so bleiben wird, wie es ist. Über die Entscheidung, die Leitzinsen unverändert zu lassen, konferiert die US-Notenbank dennoch wie immer zwei volle Tage.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%