Bulle & Bär
Der etwas andere Blick in die Woche

Kaum ist der September da, schon präsentiert sich die Börsenwelt so, wie sie sich immer im September präsentiert: Alles ist plötzlich unsicher, die zuvor noch so kraftstrotzenden Aktienmärkte bekommen plötzlich weiche Knie, und „Risiko“ gilt als Unwort. Kurzum: Alles, vorher als Indiz für neue Hoffnung am Markt galt, ist mit den ersten Herbstnebeln und der damit verbundenen Melancholie dahin.

FRANKFURT. Kaum ist der September da, schon präsentiert sich die Börsenwelt so, wie sie sich immer im September präsentiert: Alles ist plötzlich unsicher, die zuvor noch so kraftstrotzenden Aktienmärkte bekommen plötzlich weiche Knie, und „Risiko“ gilt als Unwort. Kurzum: Alles, was vorher als Indiz für neue Hoffnung am Markt galt, ist mit den ersten Herbstnebeln und der damit verbundenen Melancholie dahin.

Dabei hat sich an der im Vergleich zum Jahresanfang deutlich verbesserten Ausgangslage nichts geändert. Es ist sogar – was selten genug passiert – so gekommen, wie es die Mehrzahl der Experten vorhergesagt hatte. Ab der zweiten Jahreshälfte solle es mit der Konjunktur bergauf gehen, hatten sie damals prophezeit. Das wurde ihnen häufig als „Gesundbeten“ einer epochalen Krise ausgelegt, in der es eigentlich nichts zum Gesundbeten gab.

Wenn jetzt am heutigen Montag die Auftragseingänge der deutschen Industrie im Juli präsentiert werden, dann werden sie Schätzungen zufolge um 15 Prozent über denen vom Februar liegen, dem einstigen Tiefpunkt. Das wirkt auf den ersten Blick nicht schlecht, ist aber immer noch 30 Prozent unter dem Niveau von Ende 2007. Und da war auch schon ein halbes Jahr Finanzkrise, damals noch unter dem Namen „Subprime“. Um wieder in diese Sphären vorzustoßen, braucht es wohl noch einige Jahre. Die Rede unter Börsianern ist häufig vom Jahr 2012.

Hoffnungsvoller könnten am Dienstag die Zahlen zur deutschen Industrieproduktion im Juli stimmen. Die waren im zweiten Quartal nicht allzu stark gestiegen, weil die Unternehmen zuerst ihre Lager abgebaut hatten. Jetzt sind diese leer, und die Produktion kann damit wieder anfahren. Dass viele Unternehmen in den vergangenen Wochen die Kurzarbeit reduziert haben, bestätigt diesen Eindruck.

Von einem „Sägezahnmuster“ sprechen die Experten von Allianz Global Investors, wenn sie an die internationalen Indizes in den kommenden Monaten denken. Licht und Schatten könnten sich – wie es im angehenden Herbst durchaus üblich ist – in den kommenden Wochen häufiger abwechseln. Irgendwie macht der September die Börsianer auch immer besonders nachdenklich.

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