Bulle & Bär
Der Goldpreis hat noch viel Luft nach oben

Der Goldpreis jagt einen Tagesrekord nach dem anderen. Für das Metall läuft alles in die richtige Richtung: Das Angebot stagniert, während die Nachfrage steigt und steigt.

FrankfurtDer Goldpreis strebt auf 1600 Dollar je Unze zu. Ein Tagesrekord jagt den anderen. An optimistischen Prognosen mangelt es nicht. Ein erfahrener Metall-Analyst wie Ronald-Peter Stöferle von der Ersten Bank in Wien nennt die magische 2000er-Marke für die kommenden zwölf Monate. James Turk von der Londoner Metall-Handelsfirma goldmoney.com sieht die 1800 Dollar bereits auf Sicht weniger Monate in Reichweite.

Für das Metall läuft alles in die richtige Richtung: Das Angebot stagniert, während die Nachfrage steigt und steigt. Was die Nachfrage treibt: In den Industrieländern bekommen Anleger wegen der eskalierenden Schuldenkrise Angst um ihre Währung und vor Inflation. Sie wollen sich mit dem Metall absichern. Hinzu kommt: In den Schwellenländern ist Gold traditionell eine wichtige Anlage. Dort wächst der Wohlstand. Deshalb drängen in China und Indien ganz neue Käuferschichten ins Gold. Auch immer mehr Zentralbanken stocken ihre Bestände auf.

Bisher ist kein Ende der Hausse absehbar. Wo könnte Schluss sein? Ein Blick in die Finanzgeschichte liefert einen Anhaltspunkt. Goldpreis und Aktienkurse waren stets aneinander gekoppelt. Über die Jahrhunderte kann man eindeutige Trends erkennen. Wegen der langen Datenreihe für den amerikanischen Dow-Jones-Aktienindex eignet sich diese Messlatte sehr gut für einen Vergleich.

Aktienindex und Metallpreis geben Signale für Trendwenden.

Wenn man den Dow-Stand in Punkten durch den Dollar-Goldpreis je Unze dividiert, erhält man eine Kennzahl. Sie sagt aus, wie oft der Unzen-Gegenwert in die Messlatte "hineinpasst". Je höher der Wert, umso teurer sind Aktien im Verhältnis zu Gold - und umgekehrt. Hochpunkte gab es 1966 und 1999: Damals waren Aktien recht teuer, Gold vergleichsweise billig.

Die letzten Tiefpunkte stammen aus den Jahren 1934 und 1980. Billige Aktien trafen demnach auf teures Gold. Das waren langfristige Wendepunkte, an denen man nach einer Goldhausse das Metall verkaufen und am Ende einer Aktienbaisse zu tiefen Kursen Dividendenpapiere kaufen musste. Der Quotient aus Dow-Stand und Goldpreis lag hier zwischen eins und zwei. Beispiel 1980: Dow und Gold lagen bei etwa 850 Punkten beziehungsweise Dollar auf einem Niveau - was heute kaum mehr vorstellbar ist.

Im Jahr 2011 haben sich die Zahlen drastisch verändert. Der Dow von rund 12 500 trifft auf einen Goldpreis bei 1600. Würde eine große Trendwende ähnlich wie 1980 bei vergleichbaren Ständen eingeläutet, könnte der Index langfristig beispielsweise auf 8000 fallen und der Goldpreis auf 8000 steigen. Solche Rechenspiele erscheinen heute völlig unrealistisch - aber eben nur aus heutiger Sicht.

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