Bulle & Bär
Der ideale Baustein für die private Altersvorsorge

Die private Altersvorsorge ist für viele Deutsche ein Buch mit sieben Siegeln. Meist geht es um "Riester". Doch dabei ist die Rendite oft bescheiden. Es gibt bessere Alternativen ohne staatliche Förderung.
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FRANKFURT. Den "Riester" gibt es für viele Sparformen, etwa für Banksparpläne, als klassische Rentenversicherung, fondsgebundene Rentenversicherung oder Fondssparplan. Viele Experten kritisieren: zu kompliziert, zu teuer. Ein Nachteil ist, dass die Anbieter der staatlich geförderten Rente die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge garantieren müssen. Solche Garantien sind kostspielig und zehren an der Rendite, an dem, was letztlich beim Anleger ankommt.

Das Institut für Vermögensaufbau IVA hat in einer bisher unveröffentlichten Studie errechnet, dass aus Sparersicht eine Ausschöpfung der staatlichen geförderten Vorsorge zwar lohnt. Aber es hagelt gleichzeitig Kritik, sogar von Skandal ist die Rede. Institutsvorstand Andreas Beck ärgert sich, dass sich die Produkte nur aufgrund der hohen Förderung für den Sparer rechnen - ein volkswirtschaftlicher Unsinn. Geeignete Produkte für die Vorsorge gibt es schließlich genug.

Diskussion hin oder her, jeder muss aktiv werden. Riester allein reicht nicht. Wer die Geldlücke im Alter schließen will, muss privat mehr tun. Und dann muss es ohne Vater Staat und seine Zuschüsse gehen.

Das Ziel ist: nach Abzug von Steuern, Inflation und Kosten langfristig eine attraktive reale Rendite erwirtschaften. Unter dieser Voraussetzung entscheiden maßgeblich die Kosten über die Attraktivität eines Sparplans. Denn beim Vermögensaufbau zählt jeder gesparte Cent.

Hohe Gebühren vernichten das Vermögen der Sparer

Es gibt gute Alternativen ohne staatliche Förderung. Sie sind beweglicher und preiswerter als "Riester", es bleibt mehr von den Kapitalmarkterträgen beim Anleger hängen. Besonders empfehlenswert sind Sparpläne für Indexfonds. Diese Produkte sind vor allem weit billiger als viele andere beliebte Sparformen, billiger als die sehr viel kostspieligeren Versicherungen ohnehin.

Mir börsengehandelten Indexfonds, kurz ETFs, kann man sogar billiger ansparen als mit klassischen Investmentfonds. Sie sind aufgebaut wie etwa ein Welt-Aktienindex. Während ein typischer Aktienfonds rund zwei Prozent Gebühren pro Jahr fordert, kommt mancher ETF mit einem Zehntel dessen aus. Das bringt oft Tausende von Euro an gesparten Kosten beziehungsweise zig Tausende Euro mehr beim Endvermögen.

Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter für solche Sparpläne. Vor allem Direktbanken wollen sich profilieren. Die DAB Bank etwa hat kostenlose Sparpläne mit einem ETF-Anbieter gestartet. Das dürfte Nachfolger finden. Für Anleger ist das ein guter Trend.

Kommentare zu " Bulle & Bär: Der ideale Baustein für die private Altersvorsorge"

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  • An ingo Narat und Leserbriefschreiber Causa, sowie an das Handelsblatt:
    So einen Mist zu verzapfen und dann auch noch zu drucken gehört verboten. Seit wann ist ein Fonds billiger als eine LV oder ein Riestervertrag? Könnt ihr nicht rechnen? Warum schwimmen den die banken im Geld und können ihren Finanzmanagern Milliarden an boni zahlen? Das zahlen doch die Anleger. Rechnet doch mal aus wieviel 1,5% Managementgebühr p.a. von zum beispiel 100.000 Euro Kapital sind. das sind allein in diesem 1 Jahr schon 1.500,- Euro und dazu kommen noch Verwaltungs-, Transaktions-kosten ect.
    Die meisten Privatanleger, ich meine die Sparer die Monat für Monat einen Teil ihres schwer verdienten Geldes in Fonds ect. anlegten, haben in den letzten Jahren schwere Verluste gemacht. Die konservativen Versicherungssparer jedoch haben keine Verluste gemacht. Was ist den besser?
    Gruß Achim

  • Riester... Rürup... alles hervorragende Produkte. Hochrentabel... aber leider nur für die Gesellschaften. Der Sparer zahlt drauf.
    Wesentlich besser fährt er mit einer Kapitalanlage, die folgende Punkte erfüllt:
    >100 % Absicherung des investierten Kapitals - extern, also nicht vom Emittenten.
    > Rendite über 7 % p.a. Was darunter ist, ist Geldvernichtung.
    > möglichst in mehreren Anlageformen investieren. Streuung ist das A+O eine sicheren Anlage!
    Causa

  • Der Schreiber dieses Artikels sollte sich mit anderen Themen beschäftigen. Wer so oberflächlich und aufreiserisch wie die meisten Journalisten in der branche mit diesem Thema umgeht, sollte nie mehr etwas über Altersvorsorge öffentlich sagen.Trotz aller Kritik an den Riesterprodukten ist erst recht ein Vergleich mit ETF-Anlagen so etwas von weit hergeholt, dass es mich nicht wundert, dass noch niemand darauf geantwortet hat. Stichwort risikoarm (Riester), risikoreich ETF und andere(siehe u. a. Gerals Pilz, investments, die jede Krise überstehen).
    Mit freundlichen Grüßen
    Alfred Diener
    Als Versicherungsmakler mit 40 jähriger Erfahrung kann man sich über so einen Quatsch fast nicht mehr wundern

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