Bulle & Bär
Der Kampf gegen Schulden mit noch mehr Schulden ängstigt die Älteren

Rund 65 Prozent der Deutschen machen sich wegen der EU-Lage keine Sorgen um ihre Ersparnisse. Doch mit zunehmendem Alter steigt auch die Besorgnis.
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FrankfurtDie Themen vor der eigenen Haustür gehen im aktuellen Medienrummel zunehmend unter. Zunächst dominierte Guttenbergs Doktorarbeit die Berichterstattung, dann der skrupellose Versuch Gaddafis, die Freiheitsbewegung in Libyen blutig zu ersticken. Momentan sind es die Katastrophen in Japan und die Atomdebatte. Das EU-Schuldenspektakel dürfte für viele Beobachter fast zur Nebensächlichkeit geschrumpft sein.

Eine Gemeinschaft der Willigen hat den Weg endgültig festgelegt. Der Euro soll erhalten werden, und das um jeden Preis. Die Reichen stehen für die Armen ein, besser gesagt, die weniger verschuldeten Mitgliedsländer für jene, denen die Schulden schon längst über den Kopf gewachsen sind.

Nun lautet die Frage: Ist das für die Deutschen gut oder schlecht? Risiken für die Geldwertstabilität birgt die jetzige Politik durchaus. Schuldenbekämpfung mit noch mehr Schulden funktioniert langfristig nicht. Sie verschiebt eine endgültige Lösung höchstens in die Zukunft. Diese Sichtweise teilen die meisten Experten.

Die deutsche Fondsgesellschaft Union Investment urteilte gestern anders. Ihre Analysten kommentierten in einer Pressemitteilung, mit der „Fortführung des Rettungsschirms wird die Europäische Währungsunion nun einen ersten Schritt Richtung Transferunion vollziehen, um die Staatsschuldenkrise auf Dauer zu lösen“.

Wenn Geldwerte schrumpfen, triumphieren die Sachwerte

Demnach ist alles in Butter. In der gleichen Mitteilung veröffentlichte das Fondshaus der Volks- und Raiffeisenbanken die Ergebnisse einer Umfrage unter deutschen Anlegern zu genau diesem Thema. Und die Anleger sind auf den ersten Blick ebenfalls guter Dinge. Rund 65 Prozent machen sich wegen der EU-Lage keine Sorgen um ihre Ersparnisse. Doch halt, sogar Union Investment stellt fest: „Interessant ist, dass mit zunehmendem Alter die Besorgnis steigt.“

Das ist kaum verwunderlich, denn die Älteren kennen höhere Inflationsraten noch aus eigener Lebenserfahrung. Die Senioren wissen, was schrumpfende Geldwerte für den eigenen Geldbeutel und das Ersparte bedeuten. Immerhin gibt die Fondsgesellschaft den Inflationsängstlichen auch einen Rat: Sachwerte wie Aktien, Immobilien oder Rohstoffe im Depot berücksichtigen. Sachwerte bieten eine gewisse Sicherheit gegen Geldwertschwund.

So mag die Euro-Analyse der Fondsstrategen politisch zwar korrekt sein. Doch die mit der Transferunion eingehandelten Probleme werden verharmlost. Dennoch geht der Fingerzeig auf Sachwerte in die richtige Richtung. Manchmal gelangt man auch auf Umwegen zum Ziel.

Kommentare zu " Bulle & Bär: Der Kampf gegen Schulden mit noch mehr Schulden ängstigt die Älteren"

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  • Hier wird mit der Nazikeule gedroht, wer aber am Ende zuletzt die Keule auf den Kopf kriegt könnte wieder Deutschalnd sein.

  • Die Weisheit der Mehrheit und nicht die deutsch-französische Achse sollten das Sagen haben. Nur so können Entscheidungen getroffen werden die für alle langfristig von Vorteil sind.

  • Fondsstrategen handeln mit elektronischem Papier. Denen ist das Euro-Papiergeld stets recht, egal, ob es aus Deutschem Aderlass für kriminelle PIIGS-Staaten-Verschwenderregierungen und -banken stammt oder sonst woher. Die Ersparnisse der Deutschen können aus Sicht der Fondsleute getrost durch den Schornstein geblasen werden - anschliessend bieten die Fonds dann Wiedereinsteiger-Papiere an. So einfach ist das. Darum: Traue weder Fonds noch anderen Bankstern!

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