Bulle & Bär
Die Börse ist ein Kinderspiel

Eins, zwei oder drei – ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht. Das dürfte dem einen oder anderen aus der Kindheit geläufig sein. Bei der beliebten Quizsendung gibt es auf jede Frage drei mögliche Antworten. Das hat im Moment mit der Börse mehr zu tun, als man glauben mag.

Eins, zwei oder drei - ob ihr richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht. Das dürfte dem einen oder anderen aus der Kindheit geläufig sein. Bei der beliebten Quizsendung gibt es auf jede Frage drei mögliche Antworten. Wer sich für die richtige entscheidet, für den geht das Licht an. Ganz simpel, und hat im Moment mit der Börse mehr zu tun, als man glauben mag. Auch hier gibt es genau drei mögliche Antworten auf die Frage, die alle stellen.

Die erste Variante ist etwas für Unentschlossene, sie geht so: Die Börsen haben sich - nach dem Absturz und der anschließenden Rally - bei einem gesunden Maß eingependelt. Rückschläge kann es noch geben, ansonsten tut sich erst einmal nicht viel. Dafür spricht, dass sich der Dax zuletzt tatsächlich nicht mehr sonderlich stark bewegt hat. Er hält sich knapp oberhalb der Marke von 5 000 Punkten. Die Volatilität ist deutlich zurückgegangen. Wer sich für diese Antwort entscheidet, weiß, dass er mit dem Mainstream schwimmt. Damit macht man wenig falsch, steht am Ende aber nie als großer Gewinner da. Es ist die Position der vorsichtigen Fondsmanager und Versicherungen, die meistens erst dann einsteigen, wenn es schon zu spät ist.

Die zweite Antwort ist etwas für Untergangspropheten: Gemessen an dem, was die Unternehmen an (mageren) Gewinnen erwarten, sind Aktien viel zu teuer. An den Märkten hat sich eine Blase gebildet. So schnell das Geld bei der jüngsten Rally - aus Mangel an Alternativen - in Aktien geströmt ist, so schnell kann es auch wieder abfließen. Die Börse steht vor dem nächsten Crash. Wie gesagt, für Untergangspropheten.

Optimisten entscheiden sich für Antwort drei: Es geht weiter aufwärts, in einem Rutsch. Ein paar Konjunkturdaten deuten immerhin darauf hin, dass sich die Wirtschaft erholen könnte. Spannend wird in der kommenden Woche, wie die Auftrags- und Produktionszahlen für die deutsche Industrie ausfallen.

Eher eine Minderheit dürfte sich für die letzte Variante entscheiden, erfordert sie doch ein bisschen Mut. Doch nur wer mit seiner Entscheidung ab und an alleine dasteht, darf sich bei "Eins, zwei oder drei" am Ende ein Geschenk aussuchen. Hoffentlich geht Ihnen schnell ein Licht auf.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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