Bulle & Bär
Die späte Lust auf den ÖkoDax

Er ist gerade mal zwei Wochen alt und hat schon eine bewegte Vergangenheit. Gleich zu seinem Start legte der ÖkoDax der Deutschen Börse von 774,33 Punkten um rund 1,5 Prozent zu, um anschließend bis auf 754 Punkte einzubrechen. Ebenso schnell ging es dann wieder aufwärts; inzwischen liegt der Index bei gut 790 Punkten.

FRANKFURT. An starke Schwankungen werden sich die Anleger bei dem Neuling der Deutschen Börse gewöhnen müssen. In der Vergangenheit haben sich alle zehn Werte im ÖkoDax – Ersol, Solarworld, Solon, Q-Cells, Conergy, Nordex, Repower, Crop Energies, Schmack Biogas und Verbio – sehr volatil präsentiert; allerdings waren sie auch überdurchschnittlich erfolgreich. Seit Anfang 2005 hat sich der ÖkoDax in der theoretischen Rückrechnung fast vervierfacht. Bei einzelnen Mitgliedern ist die Performance noch imposanter. Solarworld-Aktien haben ihren Wert verachtfacht, die Titel des Windturbinenbauers Nordex sind gar gut 18 Mal so teuer wie im April 2005.

Angesichts dieser Kursgewinne sind Zweifel an einer Fortsetzung der Rally berechtigt – das gleiche gilt für die Frage, warum die Börse erst jetzt mir ihrem Öko-Index kommt. Zumal es an Alternativen nicht mangelt: In den vergangenen Monaten haben diverse Banken und Index-Anbieter Öko-Barometer entwickelt. Verglichen mit dem Dax-Produkt sind diese in der Regel besser diversifiziert, weil sie europaweit investieren, zum Teil deutlich mehr Titel einbeziehen und sich vor allem nicht nur auf erneuerbare Energien beschränken, sondern auch andere Umwelttechnologien wie Wasseraufbereitung oder Abfallentsorgung abdecken. Für den ÖkoDax beziehungsweise eine Investition in das Zertifikat auf den Index, das die Deutsche Bank auf den Markt gebracht hat, sprechen eigentlich nur die niedrigen Gebühren. Anleger zahlen für das Zertifikat beim Kauf eine Geld-Brief-Spanne von 0,75 Prozent, eine jährliche Managementgebühr fällt nicht an. Obendrein ist der ÖkoDax als Performance-Index konzipiert, Dividenden werden also reinvestiert. Überbewerten sollten Anleger das allerdings nicht: Von den zehn Unternehmen im Index schütten bisher nur zwei Dividenden aus.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
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