Bulle & Bär
Die Wall Street als Klotz am Bein

Deutschlands Börsenkurse werden in New York gemacht. Für diese Erkenntnis reicht ein Blick auf Dax und Dow. Mal ist die Abhängigkeit sklavisch, weil unser Börsenbarometer sich ohne Vorgabe der Wall Street kein Pünktchen fortbewegt. Und wenn sich der Dax doch mal ein Eigenleben gestattet, was insbesondere während der vergangenen Erholungswochen häufiger vorkam, dann fängt ihn die Wall Street am Ende doch wieder ein.

DÜSSELDORF. Deutschlands Börsenkurse werden in New York gemacht. Für diese Erkenntnis reicht ein Blick auf Dax und Dow. Mal ist die Abhängigkeit „sklavisch, weil unser Börsenbarometer sich ohne Vorgabe der Wall Street kein Pünktchen fortbewegt. Und wenn sich der Dax doch mal ein Eigenleben gestattet, was insbesondere während der vergangenen Erholungswochen häufiger vorkam, dann fängt ihn die Wall Street am Ende doch wieder ein.

Das belegen die dramatische Baisse und die darauffolgende Rally. Gemessen am Hoch bei gut 8 100 Punkten fiel der Dax zwischen Januar 2007 und seinem Tief im März 2008 um 55 Prozent. Der Dow büßte im selben Zeitraum ein Prozentpünktchen mehr ein. Anschließend ging es bis gestern für den Dax um 38 Prozent bergauf, für den Dow um 35 Prozent.

Die Kurse werden also in New York gemacht. Und weil in Amerika zuletzt etliche Frühindikatoren nach oben wiesen, legten die Börsen in den letzten Monaten kräftig zu. Sie wurden positiv überrascht.

Doch Vorsicht: Selbst wenn die Wirtschaft wieder zulegt, so ist damit die Krise noch lange nicht passé. Vor allem nicht für den Verbraucher. Er trägt drei Viertel zur Wirtschaftskraft Amerikas bei. Abgesehen von steigenden Arbeitslosenzahlen – die große Entlassungswelle kommt erst noch – hat der Konsument angesichts sinkender Immobilienwerte und Einkommen immer weniger Geld zum Ausgeben. Das zeigt sich schon jetzt Monat für Monat in den einbrechenden Autoverkaufszahlen.

Doch wenn der US-Konsument als globaler Wachstumsmotor in Zukunft stottert, dann hat das Konsequenzen für die Weltwirtschaft. Sie hängt ungeachtet aller Abkopplungstheorien immer noch zu einem Viertel am Tropf der USA. Deutschland eingeschlossen.

Selbst wenn also die US-Wirtschaft das Schlimmste überstanden hat, so erscheinen die alten Wachstumsraten in den USA von vier oder fünf Prozent erst einmal utopisch. Dementsprechend wird auch die Weltwirtschaft künftig langsamer wachsen. Dasselbe gilt für die Börsen und den Dax. Ihm drohen nach dem Gewinn von 1  400 Punkten in nur drei Monaten Rückschläge – und anschließend langsamere Wachstumsraten.

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