Bulle & Bär
Doppelte Chance für Immobilien

Ausländische Anleger haben in den letzten Jahren in Deutschland eine Art der Geldanlage entdeckt, die es so bei ihnen zu Hause gar nicht oder nur in geringem Umfang gibt: die Mietimmobilie. Der attraktive Markt zieht dabei nicht nur große Finanzinvestoren an.

DÜSSELDORF. Bei uns existiert ein sehr viel größerer Markt für Mietwohnungen als in vielen anderen Ländern, wo die Leute eher im eigenen Haus wohnen. Außerdem sind in Deutschland die Immobilienpreise relativ niedrig. In schwächeren Wohngegenden gibt es Häuser zum Zehnfachen des jährlichen Mietertrags zu kaufen, und selbst in guten Lagen bleibt es häufig unterhalb des Faktors von 20. In anderen Ländern wird dagegen zum Teil schon mehr als das 30-Fache bezahlt.

Vor allem im Jahr 2007 sind regionale Wohnungsmärkte, die zuvor überwiegend im Dornröschenschlaf und in der Regel fest in der Hand regionaler Besitzer lagen, regelrecht aufgebrochen. Dabei geht es inzwischen nicht mehr um die berüchtigten "Heuschrecken", die riesige Wohnungsbestände aufkaufen und möglichst schnell wieder verhökern. Heute kaufen Pensionsfonds, aber auch vermögende Privatleute, die an stetigen, pünktlichen Mieten interessiert sind. Die Käufer kommen zum Beispiel aus Großbritannien, den Niederlanden und Dänemark, inzwischen aber auch aus Polen.

2008 wird es nach Angaben von Maklern etwas ruhiger zugehen als 2007, zumal einige Käufer auch zu teuer gekauft und zu abenteuerlich finanziert haben und nun Probleme bekommen. Aber das Interesse der ausländischen Anleger ist nach wie vor hoch.

Was heißt das für deutsche Anleger? Es gibt eine doppelte Botschaft. Zum einen: Wenn die Ausländer so interessiert sind, sollte man auch als Inländer hinschauen. Es war ja schon häufig so, dass ausländische Anleger unsere Schätze eher entdeckt haben als wir selbst. Und die Alternativen zur Immobilie - Zinspapiere oder Aktien - machen zur Zeit ja nicht so richtig Spaß. Zum zweiten: Wer eine geeignete Immobilie besitzt und an einen Verkauf denkt, der hat zurzeit ganz gute Chancen.

Der große Vorteil der Wohnimmobilie sind in der Tat relativ hohe und stetige Einnahmen. Ein weiteres Plus: Falls sich doch, ausgehend von den USA, eine höhere Inflation durchsetzen sollte, bieten sie einen relativ guten Schutz. Wenn die Kreditzinsen im Zuge einer höheren Inflation ansteigen, trifft das zwar auch den Immobilienmarkt, aber in der Regel nicht so stark wie den Aktienmarkt. Der Nachteil der Immobilie ist vor allem, dass sie doch eine Menge Arbeit macht. Und wer diese Arbeit an einen Verwalter abgibt, der verschenkt damit schon wieder einen Teil der Rendite und gibt die Kontrolle über sein Investment aus der Hand.

Was ist zu beachten? Interessant sind zurzeit vor allem Wohnimmobilien in mittleren Lagen - also nicht unbedingt in den angesagtesten Vierteln der Republik - in Berlin soll es schon Überhitzungserscheinungen geben. Aber auch nicht in Gegenden, die erkennbar auf dem absteigenden Ast sind. Der große Vorteil der Immobilie: Man kann sie selbst mit gesundem Menschenverstand besser beurteilen als viele andere Anlagen.

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