Bulle & Bär
Ein Index als Angstgegner für Verwalter

Mut zur Meinung oder lieber nichts tun? Es geht um die Frage: Soll der Anleger einem Verwalter vertrauen, der beispielsweise Aktiengeld seiner Börsenmeinung folgend über Europa verteilt, oder soll er die Mittel einfach in einen europäischen Indexfonds etwa für den Euro Stoxx 50 stecken und sich dann keine Gedanken mehr über Umschichtungen machen? Börsianer diskutieren das Thema "aktiv kontra passiv" oft sehr kontrovers.

FRANKFURT. Bisher waren die Auswertungen realer Portfolios eindeutig. In den großen und wichtigen Märkten wie etwa Nordamerika und Europa erzielen auf kurze Sicht relativ viele Verwalter höhere Erträge als der jeweilige Index. Auf Sicht von vielen Jahren schrumpft die Erfolgsquote allerdings auf ein Viertel oder liegt noch darunter.

Jetzt liegt die erste Auswertung unter Einschluss des desaströsen Jahres 2008 vor. Nun könnte man glauben, die Verwalter hätten beispielsweise mit hohen Cashquoten Verluste abfedern können. Im Vergleich mit ihrem Index würden sie dann besser dastehen. Aber weit gefehlt, das Gros ist hoffnungslos gescheitert.

Die Münchener Analysefirma Fonds Consult hat eine desillusionierende Rechnung aufgemacht. Laut Geschäftsführer Rüdiger Sälzle schlugen 2008 nur 28 Prozent aller deutschen Aktienfonds den Dax. Lediglich 43 Prozent der europäischen Portfolios lieferten mehr Rendite als die Messlatte MSCI Europa. Die Ergebnisse bei globalen Depots ähneln dem deutschen Resultat. Das ist enttäuschend. Aber in einem Katastrophenjahr können auch die Spitzenverwalter nur Verluste begrenzen. Alles andere wäre Zauberei.

In der fünfjährigen Perspektive und damit unter Einschluss der vorherigen Hausse sinken die Erfolgsquoten in Deutschlandfall nach Sälzles Rechnung auf acht, im europäischen Vergleich auf 29 Prozent. Da bremsen beispielsweise die immer nötigen Barquoten.

Anders formuliert: In der Baisse scheitert die Mehrheit der Verwalter, in der Hausse scheitert eine große Mehrheit der Verwalter. Das muss wohl heißen: Die meisten aktiven Verwalter sind schlichtweg überflüssig.

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