Bulle & Bär
Ein Putsch lässt Goldanleger zittern

Dass Afrika ein enormes wirtschaftliches Potenzial birgt, ist bekannt. Allerdings zerstören politische Unruhen die frischen Blüten des Aufschwungs allzu schnell. Kein Konzern verdeutlicht das so sehr wie Randgold.
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KapstadtWenn Mark Bristow an Westafrika denkt, gerät er leicht ins Schwärmen: Dann erzählt der Chef der südafrikanischen Minengesellschaft Randgold vom vielen Gold im westafrikanischen Boden, von den kühnen Plänen seines Unternehmens und davon, dass Afrika doch viel sicherer sei als viele meinten.

Sicherer als viele Mitteleuropäer sich nach mancher abendlicher „Tagesschau“ ausmalen – das mag sein. Aber sicher genug, um dort sein Geld anzulegen? Wer daran zweifelt, wurde Ende März darin bestätigt, dass Afrika bisweilen ein extrem unberechenbares Terrain sein kann. Diesmal traf es Bristow mit Randgold und seinen Aktionären.

Als Reaktion auf einen plötzlichen Putsch in dem westafrikanischen Wüstenstaat Mali brach die Randgold-Aktie um mehr als 20 Prozent ein. Dass viele Anleger ausstiegen, ist nachvollziehbar. Randgold ist ganz besonders abhängig vom Erfolg seiner Minen in Mali.

Denn die liefert mit 450.000 Unzen zu 31,1 Gramm fast zwei Drittel des von Randgold geförderten gelben Edelmetalls. Rund eine Milliarde Dollar haben die Südafrikaner dort investiert und nach eigenen Angaben einen ebenso hohen Betrag an die Regierung des inzwischen drittgrößten Goldexporteurs Afrikas in Form von Steuern, Tantiemen und Dividenden abgeführt.

Kurioserweise befand sich Bristow zum Zeitpunkt des Staatsstreichs gerade in Mali, weil er dort am Vortag der Revolte eine Übereinkunft mit der inzwischen gestürzten Regierung wegen Randgolds Gounkoto-Mine unterzeichnet hatte. Mit ihr und Loulo betreibt die in London notierte Firma in Mali zwei Bergwerke, an denen sie einen Anteil von 80 Prozent hält. Daneben gehört dem Konzern ein Goldbergwerk in der benachbarten Elfenbeinküste und im Kongo wird gerade ein Goldvorkommen erschlossen. Beide Länder sind nach europäischen Maßstäben gewiss nicht stabil. Vor einem Jahr lieferten sich in der Elfenbeinküste nach der Präsidentschaftswahl Anhänger des Siegers und des Verlierers Gefechte.

Im Unterschied zu diesen Staaten wurde das vermeintlich demokratische Mali zuletzt mit Lob überhäuft. Denn anders als in den meisten anderen Staaten des Kontinents kann der Präsident hier nur zwei Amtszeiten regieren – und die Rolle der Opposition ist fest in der Verfassung verankert. Doch jetzt droht auch diese Insel der Stabilität zu kippen – und mit ihr die bislang hohe Bewertung von Randgold.

Anlegern zeigt der Staatsstreich in Mali, dass Investitionen in Afrika riskanter als anderswo sind. Das politische Risiko ist real. Wer es nicht scheut, könnte am Ende doch noch gewinnen, wenn es Randgold gelingt, in Mali ungestört weiter Gold zu fördern. Denn auch das viele Gold in Malis Boden ist real.

Kontakt zum Autor: drechsler@handelsblatt.com

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Aktien sind für Zockerbanken. Aber die zittern nicht. Die werden gerettet wenn sie im Kasino falsch gesetzt haben. Alle anderen, die keine Lust haben ihr Geld zu verlieren kaufen Gold physisch und brauchen dann auch nicht zittern. Das Gold, was sie gekauft haben wird nicht weniger, egal ob es vor ein paar Jahren 87 Milliarden Reichsmark, oder heute 1300 Euro oder in ein paar Jahren 87 Milliarden Euro kostet, wenn es dann den Euro noch geben sollte.

  • Es zittern nicht die "Gold-Anleger"; es zittern die "Minen-Anleger".

  • Bei mir " zittert " nix. Aber wenn jemand sein Gold verkaufen will, gerne. Aber bitte nur kiloweise, und keinen Kleinkram. Danke !

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