Bulle & Bär
Eine Frage der Geduld

Die Generation der Baby-Boomer steht vor der Rente: In den USA, Europa und Japan wird sich die Bevölkerungstruktur in den kommenden Jahrzehnten deutlich verändern. Für die Profiteure einer alternden Gesellschaft sind das gute Nachrichten: Aktien von Medizintechnik-Unternehmen versprechen verlässliche Erträge.

DÜSSELDORF. In diesen Tagen plätschert Investoren zum ersten Mal das Wasser einer Welle um die Füße, die viele Strategen schlicht "The Big One" - die ganz Große - an den Kapitalmärkten nennen: die demografische Entwicklung. Seit dem 1. Januar haben die ersten der 80 Millionen "Baby-Boomer", der kinderreichen Generation in den USA Anspruch auf eine gesetzliche Rente. Die zwischen 1943 und 1964 geborenen Amerikaner werden binnen 30 Jahren die Bevölkerungsstruktur des Landes massiv verändern. Ein ähnlicher Wandel steht den Europäern und Japanern bevor.

Für die Profiteure einer alternden Gesellschaft sind das gute Nachrichten. Dazu zählen etwa Aktien von Medizintechnik-Unternehmen wie der schweizerischen Beteiligungsgesellschaft BB Medtech. Ähnlich einem Fonds investieren die Verwalter in Medizintechnik-Aktien - einer Branche, die nicht nur verlässlich um rund zehn Prozent pro Jahr wächst, sondern auch kurzfristig durch relative Stärke gegenüber dem Gesamtmarkt und den Pharma-Aktien auffällt, mit denen die Medtech-Aktien oft zu Unrecht in einen Index geworfen werden.

Auch auf lange Sicht überzeugen Medtech-Werte nicht mit spektakulären, sondern konstanten Zuwächsen: Der Standard & Poor?s Branchenindex für Medizintechnik-Aktien weltweit legte in den letzten zehn Jahren in Euro ohne größere Schwankungen um 6,3 Prozent pro Jahr zu. Dass den Verwaltern von BB Medtech im gleichen Zeitraum ein Ergebnis von 7,8 Prozent pro Jahr nach Gebühren gelang, ist vor allem der Kursvervielfachung der schwedisch-schweizerischen Nobel Biocare zu verdanken: Nachdem die Verwalter den Hersteller von Zahnimplantaten über ein halbes Jahrzehnt lang mit mehr als 50 Prozent gewichtet haben, ist der Anteil mittlerweile auf 35 Prozent reduziert worden. Weitere Posten mit Anteilen zwischen sieben und elf Prozent sind der Hörgerätehersteller Sonova, die schweizerische Tecan sowie die im Tecdax notierte Qiagen.

Langfristig sind die Perspektiven für Medizintechnik-Aktien gut: Die Branchenumsätze wachsen etwa um zehn Prozent pro Jahr, die Unternehmensgewinne sogar noch schneller. Zudem sorgt die starke Fragmentierung der Branche - die Analysten der Deutschen Bank zählen 16 000 Medtech-Unternehmen - für Übernahmefantasie.

Letzteres ist auch für die zum Teil kräftigen Kursanstiege bei Medtech-Aktien verantwortlich. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis der Branche beträgt inzwischen 23. Für Gerätehersteller zahlen Käufer bei Übernahmen das 25fache, für Unternehmen der Boombranche Molekulardiagnostik das bis zu 40fache der Gewinne. Zudem investiert BB Medtech nur in besonders wachstumsstarke Unternehmen, was die Aktie anfällig für Korrekturen des Gesamtmarkts macht. Korrigiert der Markt die derzeit hohen Bewertungen ein wenig nach unten, könnten Anleger mit BB Medtech eine auf Jahre aussichtsreiche Position in einer Wachstumsbranche eingehen.

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