Bulle & Bär
Einfach liegen lassen

Anlageberater und Anleger reden häufig aneinander vorbei. Das ist nicht neu, zuletzt aber gerade in einem Punkt wieder besonders auffällig.

FRANKFURT. Die Zeit des Kaufens und Liegenlassens, Investoren sprechen hier von „buy and hold“, ist im kommenden Jahr endgültig vorbei, sagen die Anlageberater. Wer stattdessen halbwegs ordentliche Renditen erzielen will, der müsse sein Depot ständig überprüfen und bei Bedarf möglichst schnell umschichten. Das Problem an der Sache: Die breite Masse der Privatanleger hat dazu weder Zeit noch Lust. Sie will stattdessen von Zeit zu Zeit nach ihren Papieren schauen und sich dabei an einer möglichst hübschen Rendite erfreuen.

Natürlich liegt die Wahrheit in diesem Konflikt – wie bei den meisten anderen auch – in der Mitte. Die globalen Märkte drehen nunmal immer schneller, mit all den damit verbundenen Chancen und Risiken. Wer sich da in einen dreiwöchigen Urlaub verabschiedet, ohne sich vorher entsprechend abgesichert zu haben, der kann eine böse Überraschung erleben.

Doch es geht auch anders für denjenigen, der bei Aktien einfach „was zum Liegenlassen“ sucht. Hilfreich ist es dabei, sich mit Ausländern über die Vorzüge verschiedener Branchen in Deutschland zu unterhalten. Bau und Maschinenbau genießen da höchsten Ruf; Gleiches gilt für die Automobilbranche, Chemie und ganz neu: regenerative Energien. Das Ansehen deutscher Unternehmen aus diesen Branchen ist weltweit riesig. Und dass sich daran schnell etwas ändert, ist nicht zu befürchten. Zumal die Aussichten nicht nur für das kommende, sondern für die kommenden Jahre sehr gut sind.

Die wichtigste Frage für den Anleger allerdings kann nur schwer beantwortet werden: Bleiben die deutschen Unternehmen aus den angesprochenen Branchen auch mittel- bis langfristig führend? Klar, viele Firmen aus anderen Ländern produzieren günstiger. Aber es geht eben nicht nur um den Preis, sondern auch um Qualität, Service, Verlässlichkeit und natürlich die Technologieführerschaft. Daran, dass die Spitzenpostition verloren geht, gibt es derzeit wenig Zweifel.

Und wenn es den Unternehmen aus den angesprochenen Branchen gelingt, ihre Spitzenposition zu verteidigen, dann haben auch deren Aktien kontinuierlich Potenzial nach oben. Zumal sie trotz der ordentlichen Kursgewinne in diesem Jahr noch immer günstiger zu haben sind als im langfristigen Durchschnitt.

Risiken liegen vor allem in den Bereichen, die die Unternehmen selbst nicht beeinflussen können: Konjunkturabschwächung und Rezession, geopolitische Gefahren und ein Dollar-Kollaps stehen hier an erster Stelle. Diese Risiken würden jedoch auch alle anderen Märkte nach unten ziehen.

Die gute alte „buy and hold-Strategie“ ist somit nicht out. Damit sie auch in Zukunft zum Erfolg führt, kommt es auf Werte der richtigen Branchen an.

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