Bulle & Bär
Elegant in Mode investieren

Jede Wette, dass die meisten Menschen in Deutschland noch nie etwas von Mariella Burani gehört haben. Nein, es handelt sich nicht um eine Pasta-Marke. Mariella Burani ist die Gründerin und Namensgeberin des gleichnamigen Mode-Unternehmens aus Reggio Emilia.

MAILAND. Nicht zuletzt wegen des rasant steigenden Aktienkurses ist die Mode-Aktie einen genaueren Blick wert: Die Aktie, die seit vier Jahren notiert ist, hat ihren Kurs innerhalb der letzten sechs Monate fast verdoppelt.

Mit einer Marktkapitalisierung von 600 Millionen Euro gehört das italienische Mode-Label sicher nicht zu den Großen. Dementsprechend anfällig ist der Kurs für größere Zu- und Verkäufe. Auch die Tatsache, dass die Gründerfamilie noch die Mehrheit hält, kann Anleger abschrecken, denn damit bietet sie kaum Raum für Übernahmephantasien. Aber der Unternehmenschef und Sohn der Gründerin, Giovanni Burani, hat bereits in Aussicht gestellt, dass die Familie langfristig Anteile reduziert.

Immerhin ist das Unternehmen aus der kleinen Stadt in der Emiglia Romagna interessant genug, dass für die deutsche WestLB ein „Kauf“ wert ist. Im vergangenen Sommer hat sich auch L-Capital, der Investmentfonds des französischen Luxusriesens LVMH, mit sieben Prozent an Mariella Burani beteiligt.

Und was macht genau Mariella Burani? Bunte Kleider, das ist schon richtig. Viele Blumen und Rüschen, was ihre Hauptmarke angeht. Aber das Bemerkenswerte an dem Unternehmen ist, dass es nicht nur unter der eigenen Marke Röcke, Blusen und Kleider produziert. Mariella Burani gehören neben der gleichnamigen Hausmarke u.a. der deutsche Bekleidungshersteller René Lezard, die italienische Edelmarke Mila Schön und die Schuhfirma Baldinini. Für Missoni, Emanuel Ungaro, die britische Femme Fatale der Mode, Vivienne Westwood, und andere stellt das Unternehmen in Lizenz ganze Produkt-Linien her.

Unter den italienischen Modeunternehmen gehört Mariella Burani zu jenen Unternehmen, die am schnellsten wachsen. Mittlerweile erreicht der Umsatz fast eine halbe Milliarde Euro. Dabei wächst der Gewinn rasanter als der Umsatz. 2005 warf das Unternehmen 12,1 Mill. Netto-Gewinn ab.

Bezahlbarer Luxus ist die Zauberformel von Mariella Burani. Edle Qualität, aber nicht so teuer, dass es sich nur die Superreichen leisten können. Vorbild ist die zur Marzotto-Gruppe gehörende Marke Hugo Boss.

Für Mariella Burani spricht der weltweite Trend zum Luxus: Während Durchschnittsmarken wie Benetton sich nur schwer behaupten können, erfreuen sich italienische Anbieter wie Armani, Dolce & Gabbana und Roberto Cavalli bester Nachfrage. Aber deren Anteile gibt es an der Börse nicht zu kaufen. Mariella Burani ist eines der wenigen italienischen Mode-Unternehmen, die überhaupt notiert sind. Bei der nächsten Delle im Kurs sollte der Titel eine Überlegung wert sein, auch wenn die Aktie mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von mehr als 23 gehört nicht zu den Schnäppchen gehört.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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