Bulle & Bär
Finanzkrise: Ratlose Börsendeuter

Ja, wohin geht es denn jetzt? Geht es rauf, oder geht es weiter runter an den Aktienmärkten? Auf diese Fragen suchen Anleger Antworten. Die gute Nachricht: Es gibt Antworten. Die schlechte Nachricht: Es gibt zu viele Antworten. Darin liegt das Problem.

FRANKFURT. Anleger stehen hilflos vor einem überbreiten Meinungsspektrum. Wohl kaum jemals lagen die Einschätzungen der Börsendeuter so meilenweit auseinander. Da versammeln sich an einem Ende ausgeprägte Bären, denen die bisherigen Kursstürze nicht reichen. Sie prophezeien einen freien Fall in unvorstellbare Tiefen. Ein Schweizer peilt schon für den kommenden Monat eine Dax-Halbierung an. Staatliche Rettungspakete und Geldspritzen der Notenbanken werden das Chaos nicht aufhalten. Bitte anschnallen zum Weltuntergang.

In der Mitte gibt es die Gruppe der Bedächtigen und stark in Festzinsanlagen investierten Anleger. Nun, sagen sie, Aktien haben schon viel verloren. Sie sind jetzt viel billiger als noch vor einem Jahr. Die Kreditkrise mit ihren Bankenpleiten nähert sich dem Ende. Es droht zwar eine globale Rezession, die möglicherweise erst teilweise mit den Kursabschlägen der vergangenen Wochen eingefangen ist. Doch die vorsichtig hoffnungsfrohe Botschaft ist: Wir sind näher am Börsenboden als am Top. Erste Käufe lohnen.

Im dritten Lager treffen sich die Super-Bullen. Am Markt herrscht pure Panik, frohlocken sie. Jetzt muss man sich gegen die Mehrheitsmeinung stellen. Solche Gelegenheiten gibt es nur einmal im Leben. Vergleiche mit der Depression der 30er-Jahre sind Humbug, bügeln sie die Kassandras ab. Auch die noch kommenden schlechten Nachrichten stecken schon in den Kursen drin. Aktien sind spottbillig, Unternehmensanleihen mit zweistelligen Jahresverzinsungen ein Schnäppchen.

Jeder kann sich eine passende Meinung herauspicken. Sicher ist eines: Die Zukunft kennt keiner. Manche retten sich in historische Rückblicke, vergleichen beispielsweise Bewertungs-Kennziffern. Das sagt allerdings wenig über deren Verlässlichkeit in einer Zeit, in der die Grundfesten des Finanzsystems wanken und die Akteure höchstens eine unscharfe Ahnung vom künftigen System haben. Die spannende Frage ist ja: Was passiert in der Zwischenzeit des Übergangs an den Kapitalmärkten und damit auch den dort investierten Geldern? Bisher haben nur erstklassige Festzinsanlagen dem Finanzsturm standgehalten.

Wer Mut hat, kann ihn jetzt beweisen und einsteigen. Konservative Anleger brauchen keinen Rat. Sie haben sich bereits vorzeitig in den Winterschlaf begeben und größere Teile ihres Geldes sicher geparkt. Wer sich in dieser spektakulären Zeit einer der drei Meinungsgruppen Bär, Bedächtiger und Bulle zuordnen möchte, der sollte eine kurze elektronische Nachricht an die unten genannte Adresse senden. Das entsprechende Stichwort in der Betreffzeile genügt.

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