Bulle & Bär
Frauen ticken (noch) anders

Am Mittwoch war Weltfrauentag. Diese Nachricht findet gewöhnlich an dieser Stelle keine allzu große Beachtung. Weil die Comdirect Bank aber herausgefunden hat, dass Anlegerinnen konservativer investieren als Anleger, soll dieses Ereignis hier entsprechend gewürdigt werden.

FRANKFURT. Während Männer eher auf Aktien und Derivate setzen, legen Frauen ihr Geld vor allem in Rentenpapieren, Investmentfonds oder kapitalgarantierten Zinsprodukten an. Das ist von der Aussage her nicht neu, interessant ist allerdings, dass das Interesse von Frauen am Thema Geldanlage in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Standardaussagen wie „Um das Finanzielle kümmert sich mein Mann“ gehören damit der Vergangenheit an.

Über die Gründe, warum dies so ist, kann nur spekuliert werden. Waren es die starken Kursgewinne der letzten drei Jahre, die nun auch die Damenwelt in ihren Bann zieht? Ist es die attraktive Produkt- und Themengestaltung, mit der gerade die Zertifikatewelt im Moment die Anleger umgarnt? Oder wollten Frauen im Zeitalter der Emanzipation nun auch in die letzte Bastion der Männerwelt eindringen?

Ersteres ist sicher das Hauptargument, Zweiteres ein Indikator, der dritte Grund ist eher unwahrscheinlich. Wobei gerade das zweite Thema Beachtung verdient. Es ist schon erstaunlich, wie innovativ gerade die Zertifikatebranche mit neuen Produkten, aber auch mit der Vermarktung ist. Damit soll nun nicht das Vorurteil geschürt werden, Frauen fielen nur auf Äußerlichkeiten rein. Auffällig ist indes, dass der Zugang zu diesen früher sehr komplexen Produkten erheblich erleichtert wurde. Die Hemmschwelle ist damit weg.

Einen großen Unterschied gibt es dennoch weiterhin im Anlageverhalten von Mann und Frau: Noch immer kaufen deutlich mehr Männer Wertpapiere „auf Pump“ als Frauen. Bei zehn Prozent liegt der Anteil der Männer bei den Comdirect-Kunden, nur vier Prozent der Frauen wählen diese extrem spekulative Variante der Geldanlage. Nun wäre ein Angleichung in diesem Bereich nicht erstrebenswert. Es verwundert sowieso, dass die Zahl derer, die mit fremdem Geld spekulieren, bei Männlein wie bei Weiblein überhaupt so hoch ist. Zumal damit meist auch nicht gerade konservative Papiere gekauft werden.

Bleibt also die Frage: Kommt es im Lauf der nächsten Jahre zu einer Angleichung im Anlageverhalten zwischen Mann und Frau? Das hängt in erster Linie von der Entwicklung an der Börse ab. Wenn die so weiter läuft wie zuletzt, dann könnte dies durchaus der Fall sein. Wenn es aber ab der Jahresmitte zu der Eintrübung kommt, die viele Experten befürchten, dann dürften sich beide Gruppen eher wieder auseinander entwickeln. Schließlich will Frau zumindest dann gut positioniert sein, wenn Mann wieder mal zu euphorisch gewesen sein sollte. Das könnte in diesem Jahr des Öfteren der Fall sein.

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