Bulle & Bär
Gold Fields lockt mit soliden Reserven

Wie gut, dass Ian Cockerill solch ein Optimist ist. Bis auf mindestens 1 200 Dollar pro Unze (rund 31 Gramm) werde der Goldpreis mittelfristig steigen, prophezeit der Chef von Gold Fields, des weltweit viertgrößten Förderers.

KAPSTADT. Wie gut, dass Ian Cockerill solch ein Optimist ist. Bis auf mindestens 1 200 Dollar pro Unze (rund 31 Gramm) werde der Goldpreis mittelfristig steigen, prophezeit der Chef von Gold Fields, des weltweit viertgrößten Förderers. Seine Begründung: Während das Angebot seit Jahren sinkt, weil die Minen immer weniger Gold schürfen, steigt die Nachfrage, nicht zuletzt aus Sorge vor einer größeren Finanzkrise. Zudem gibt es neue Anlageformen wie börsengehandelte Indexfonds (ETF), die die Gold-Nachfrage ankurbeln, weil sie privaten Anlegern den Marktzugang erleichtern.

Cockerill wird seine Zuversicht gleichwohl brauchen. Seit Monaten befindet sich Gold Fields in der Defensive: Die Produktion fällt, viele Projekte verzögern sich, und die Kosten steigen. Kein Wunder, dass der Aktienkurs des Unternehmens nicht mit dem hohen Goldpreis Schritt gehalten hat, sondern seit fast zwei Jahren stagniert. Ganz ähnlich ergeht es den südafrikanischen Rivalen Anglogold Ashanti und Harmony.

Zu allem Überfluss werden die Goldförderer am Kap nun auch noch von einem akuten Strommangel geplagt, weil die Regierung den Ausbau des Stromnetzes verschlafen hat. Gold Fields geht davon aus, dass seine Produktion in diesem Quartal um 20 bis 25 Prozent fällt. Vieles deutet darauf hin, das die Probleme bis mindestens 2012 anhalten, wenn vielleicht neue Kraftwerke ans Netz gehen. Andererseits erwägt das Unternehmen nun, fast 7 000 Jobs zu streichen. Das wären 13 Prozent seiner gesamten Belegschaft am Kap.

Obwohl Gold Fields inzwischen wieder 90 Prozent der vereinbarten Strommenge erhält, bleibt die Lage für Cockerill "sehr bedenklich". Alles müsse nun überdacht werden, sagte er vor kurzem, selbst der Ausbau von "South Deep", der weltgrößten Goldlagerstätte südlich von Johannesburg. Ihre Erschließung verschlingt den Löwenanteil der fast zwei Milliarden Dollar, die Gold Fields bis Ende 2009 in die Erweiterung seiner reichsten Minen stecken will.

Wie Gold Fields leiden auch die anderen Goldkonzerne am Kap unter den hohen Förderkosten. Dies liegt zum einen an den hohen Ausgaben für Gehälter, die etwa 50 Prozent der Ausgaben verschlingen. Daneben fällt ins Gewicht, dass der Goldpreis in Dollar berechnet wird, während die Kosten in Rand anfallen. Bis vor kurzem wertete sich der Rand dabei im Zuge des Rohstoffbooms kontinuierlich gegenüber dem Dollar auf. Entsprechend wenig profitierten Südafrikas Förderer deshalb lange Zeit vom höheren Goldpreis.

Allerdings scheint sich der Wind nun zu drehen: Seit Jahresbeginn hat der Rand wegen der von den Stromausfällen eingetrübten Wirtschaftslage fast 20 Prozent zum Dollar verloren, womit sich die Erlöse der Förderer im gleichen Maß erhöhen. Zudem verfügt Gold Fields mit nachgewiesenen Reserven von fast 100 Millionen Unzen und vermuteten Reserven von weiteren 250 Millionen Unzen über die höchsten Vorräte aller Goldförderer. Das ist neben dem hohen Goldpreis ein Grund dafür, warum sich ein Engagement in dem gut gemanagten Unternehmen trotzdem lohnen könnte.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent
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