Bulle & Bär
Gold to go!

Kaffee im Pappbecher, schnell eingefüllt, dann einfach wegtragen: Coffee to go. Das ist simpel – und ein Erfolgsrezept. Starbucks lässt grüßen. Jetzt hat sich ein Goldverkäufer das Schema abgeguckt und bietet „Gold to Go!“ an.

FRANKFURT. Am Dienstag war der Start: Wer über die rotlichtdominierte Kaiserstraße den Frankfurter Hauptbahnhof betritt, läuft direkt auf einen Automaten zu. Rechts eine Starbucks-Filiale, hier der 300 Kilo schwere Metallkasten. Geld reinstecken und heraus kommt eine kleine Box mit dem Aufdruck: „Mein Goldschatz!“. Darin ist ein winziger Ein-Gramm-Goldbarren eingebettet. Tagespreis gestern: 31 Euro. „How nice“, flötet eine Engländerin aus einer Touristengruppe.

Der TG-Gold-Supermarkt hat seine Verkaufstour begonnen. Bis zu 1 000 Automaten in ganz Deutschland sollen folgen. Sie sind die Einstiegsdroge für Online-Bestellungen von Gold, seien es Barren oder Münzen. So bekommen private Händler wie die bekannte Pro Aurum und Adressen wie Goldinvestdirect, Taurus Investors oder Westgold einen neuen Konkurrenten. Banken spielen im physischen Edelmetallgeschäft mit Privatkunden schon lange keine Rolle mehr.

Die Nachfrage ist in der Finanzkrise gestiegen – allerdings von einem Niveau nahe null. Anleger kaufen vor allem in Gold und Silber investierende Fonds oder Zertifikate. Das geht einfach wie bei einer Wertpapierorder. Wer aber einen echten Notgroschen schnell zur Hand haben will, der bunkert das physische Metall.

Für solche Anleger ist der Ein-Gramm-Barren uninteressant. Bei dieser kleinen Stückelung ist das Aufgeld auf den reinen Metallwert einfach zu groß. Im aktuellen Fall sind beim gestrigen Interbankenpreis von rund 920 Dollar je Unze und damit 31,1 Gramm etwa 40 Prozent Prämie fällig. Bei größeren Barren sinken die Aufschläge schnell auf kleine einstellige Prozentsätze – das ist Investorenware.

Die Nachfrage nach Gold dürfte eher steigen als sinken, denn die Finanzkrise schwelt weiter und stützt das Interesse an sicheren Häfen für Investoren. Das Käuferpotenzial ist da. Die meisten deutschen Privatanleger haben von einem der stärksten Aufschwünge der letzten zehn Jahre kaum Notiz genommen: In der Zeit vervierfachte sich der Goldpreis – Aktien verloren.

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