Bulle & Bär
Goldförderer: Schätze in der Tiefe

Ian Cockerill hat eine einfache Erklärung für seine Liebe zum Gold. Er sei im Sternzeichen des Löwen geboren – und die seien nun einmal fasziniert vom gelben Metall, scherzt der joviale Chef von Gold Fields, dem weltweit fünftgrößten Goldförderer.

KAPSTADT. Der 51-Jährige hat es jedenfalls nie bereut, Mitte der siebziger Jahre als junger Geologe aus seiner englischen Heimat in das Bergbauparadies Südafrika emigriert zu sein.

Über einen Mangel an beruflichen Herausforderungen konnte sich Cockerill am Kap sicher nicht beklagen, vor allem in den letzten Jahren. Gleich zweimal missglückte seit der Jahrtausendwende der Versuch seines Konzerns, eine Ehe mit kanadischen Partnern zu schließen.

Allerdings gelang es Cockerill letztes Jahr, einen zähen Übernahmeversuch des kleineren südafrikanischen Rivalen Harmony abzuschmettern, der sich dadurch die reichen Minen von Gold Fields am Kap einverleiben wollte. Inzwischen hat Cockerill seinen Rivalen Bernard Swanepoel von Harmony ein zweites Mal ausgestochen: Auch beim Wettlauf um South Deep, eine der reichsten Goldminen der Welt, 45 Kilometer südwestlich von Johannesburg, hat Gold Fields die Oberhand behalten. Die Übernahme von South Deep durch Gold Fields gilt inzwischen als Formsache; die Kosten werden auf etwa 2,5 Mrd. Dollar beziffert.

Bemerkenswert ist der Zukauf auch deshalb, weil Gold Fields gerade erst verkündet hat, seine reichen südafrikanischen Minen Driefontein und Kloof für umgerechnet fast 700 Mill. Dollar zu vertiefen. Driefontein soll bis 2011 auf über 4 100 Meter ausgebaut werden – und wäre dann die tiefste Grube der Welt. Der Ausbau dürfte dem Unternehmen Zugang zu weiteren elf Mill. Unzen Gold verschaffen. Zusammen mit den auf über 30 Mill. Unzen geschätzten Reserven in South Deep würden die Südafrikaner damit über die höchsten Vorräte aller Goldförderer verfügen – ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung eines Minenkonzerns durch die Analystengarde.

Gegenwärtig produziert Gold Fields auf seinen Minen in Südafrika, Ghana, Australien, Venezuela und Peru 4,2 Mill. Unzen pro Jahr. Nach der Inbetriebnahme von South Deep dürfte die Förderung auf etwa fünf Mill. Unzen steigen. Mutig ist dies nicht nur wegen der Währungsrisiken und des politischen Umfelds sondern auch deshalb, weil die Minen am Kap wegen ihrer Tiefe schon jetzt zu den teuersten der Welt zählen. Dennoch: Der gegenwärtige Goldpreis von 140 000 Rand pro Kilo Gold macht den Abbau in Tiefen von mehr als 3 500 Meter wieder hochrentabel.

Ian Cockrill kann das alles nur recht sein. Der begeisterte Fliegenfischer, Golfer und Weinsammler hat nie verhehlt, gerne in Johannesburg zu leben. Die jüngsten Investitionen deuten darauf hin, dass Gold Fields dem Land am Kap wohl noch länger erhalten bleibt – und Cockerill seinen Hobbys vor Ort nachgehen kann.

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