Bulle & Bär
Hedge-Fonds wetten auf Crash in China

Zahlreiche ausländische Investoren stiegen in den chinesische Immobilienmarkt ein. Doch die Landbevölkerung zieht nicht um und die Hauspreise stagnieren. Die ersten Hedge-Fonds haben sich bereits positioniert.
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Frankfurt. Es gibt Ereignisse, die überraschen die Finanzmärkte und beenden die bis dato geltende Normalität. Das Erdbeben von Japan war so ein Ereignis oder die politischen Unruhen in der arabischen Welt – und natürlich der Zusammenbruch von Lehman Brothers zu Beginn der weltweiten Finanzkrise. Im Fachjargon spricht man dann von einem „schwarzen Schwan“ – weil niemand damit gerechnet hat. Je nach Schwere kann ein solch unerwartetes Ereignis dazu führen, dass die Kapitalströme plötzlich umgeleitet werden. Die Folge: ein Crash an den weltweiten Finanzmärkten.

Aber es gibt auch schwarze Schwäne, die ihr Kommen ankündigen. Vor Lehman hatten sich die Warnzeichen gemehrt, und das tun sie auch heute wieder – in China.

Das Reich der Mitte gilt als das Wirtschaftswunderland des 21. Jahrhunderts. Während hierzulande die Ängste vor der steigenden Staatsverschuldung stetig zunehmen, kauft China kräftig Staatsanleihen aus den USA und Europa. Das verleitet einige zu dem Glauben: Die Chinesen könnten am Ende Europa und sogar die ganze Welt retten.

Hedge-Fonds wetten auf Zusammenbruch Chinas

Doch China hat ein riesiges Problem: seinen Immobilienmarkt. Die Hauspreise haben sich in den letzten zwei Jahren verdoppelt. Der Markt ist vollgesogen mit dem Geld ausländischer Investoren, die allesamt darauf wetteten, dass die chinesische Landbevölkerung demnächst in die Städte zieht. Doch das tut sie nicht. Weil die Mieten viel schneller steigen als die Löhne, beträgt die Leerstandsquote im Schnitt 60 Prozent.

Das Problem: Der Immobilienmarkt macht 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die ersten Hedge-Fonds wetten mittlerweile auf einen Zusammenbruch Chinas. Denn die Hauspreise beginnen bereits zu stagnieren. Sollten sie anfangen zu fallen, so wie 2007 in den USA, dann könnte eine verhehrende Kettenreaktion einsetzen.

Investoren würden ihr Kapital zurückholen, um die Kredite zu tilgen. Sie würden in den weniger liquiden Aktienmärkten der Schwellenländer beginnen und ihre spekulativen Terminkontrakte bei Rohstoffen verkaufen. Genau dieses Bild bot sich ab 2007. Inzwischen deutet sich eine Wiederholung an. Der Aktienmarkt in China hat seit April 1000 Punkte verloren. Der Maispreis verlor allein im letzten Monat 16 Prozent, der Weizenpreis sogar 30 Prozent. Weil die Chinesen weniger essen? Nein, weil die Spekulanten ihr Geld abziehen.

Das könnten die Warnzeichen für die beginnende Umkehr der Kapitalströme sein. Hedge-Fonds bewiesen auch 2007 den richtigen Riecher. 18 Monate später landete der „schwarze Schwan“ Lehman.

Kommentare zu " Bulle & Bär: Hedge-Fonds wetten auf Crash in China"

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  • Aha, die Hedge-Fonds als Waffe der amereikanischen Außenpolitik ? Mal sind es die Europäer, dann die Chinesen. Ich glaube schon, daß es neben der finanzstrategischen gerade bei den USA immer auch die geopolitische Seite gibt. Immerhin stehen sie ökonomisch mit dekm Rücken an der Wand.

  • Wenn China tatsächlich in einen Crash schlittert, dann haben wir es mit (Lehman + GR)² zu tun. Die Export würde massiv einbrechen. Bin gespannt ob dann noch jemand über einen Fachkräftemangel jammern würde.

  • Fehlallokation!
    Scvhwarzer Schawn hin oder her. Fakt ist dass ein Großteil des Kapital nicht in arbeitsintensives kapital inveatiert wird. Das die Folgern von dem "monetary easing" weltweit. Der Einschlag kommt immer dann und dort wo es keiner erwartet. Die Folgen dürften in Chinas noch katastrophaler sein, da der Otto-Normalbürger in China extrem spekulativ eingestellt ist. Daher kann es dort zu einem brutalen negativen Herdentrieb kommen. Das könnte die wirkliche derzeit neumodisch gerne genannte "Kernschmelze" sein. Ohne die Liqudität aus China gehen die Lichter aus!

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