Bulle & Bär
Heidelberg Cement: Anleiherendite für Risikofreudige

Für risikofreudige Privatanleger bietet die neue Anleihe des Baustoffkonzerns Heidelberg Cement eine attraktive Investition. Nicht so sicher wie eine Staatsanleihe, aber deutlich lukrativer in der Rendite.

FRANKFURT. Als der MDax-Konzern Heidelberg Cement vor gut drei Monaten über Banken und Sparkassen eine Anleihe speziell für Privatanleger anbot, rieben sich Analysten angesichts der damals attraktiven Konditionen die Augen und empfahlen den Bond zum Kauf. Die Anleihe mit einer Laufzeit von gut zehn Jahren wurde mit einer Rendite von 6,4 Prozent begeben. Angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten ist der Kurs der Anleihe inzwischen leicht gefallen und die Rendite auf knapp 6,7 Prozent gestiegen.

Privatanleger sollten die Anleihe dennoch nicht vorschnell verkaufen. Ein Verkauf mit Verlusten ist nur dann nötig, wenn sich die Finanzkennzahlen des Konzerns so verschlechtern, dass ein Zahlungsausfall droht.

Das ist aber derzeit nicht abzusehen. Die Ratings von Heidelberg Cement sind zwar nur eine Stufe davon entfernt, in den Junk-Bond-Bereich für unsichere Schuldner zu rutschen. Für den Konzern spricht aber, dass er durch ein striktes Kostenmanagement und Restrukturierungen die Margen stetig erhöht hat. Die teure Übernahme des britischen Baustoffherstellers Hanson für rund 14 Mrd. Euro brachte dem Unternehmen einen Schub. Im vergangenen Jahr hat Heidelberg Cement nach vorläufigen Geschäftszahlen das operative Ergebnis und den Umsatz weiter gesteigert. Dank einer Kapitalerhöhung um 500 Mill. Euro haben sich die Finanzkennzahlen zusätzlich verbessert. Wie zuvor schon S&P und Moody?s hat zuletzt Fitch einen negativen Ausblick für das Rating vergeben. Das Management von Heidelberg zeigte sich darüber "überrascht" und betonte erneut, die Investmentgrade-Ratings halten zu wollen.

Für risikofreudige Privatanleger bietet sich jetzt aber eine deutlich attraktivere Investition. Vor zwei Wochen hat der Baustoffkonzern eine neue Anleihe mit nur vier Jahren Laufzeit begeben. Dieses Zinspapier wurde zunächst an institutionelle Investoren verkauft, inzwischen ist es über die Börsen aber auch für Privatanleger zugänglich und wegen der geringen Mindesstückelung von 1 000 Euro auch erschwinglich.

Die neue Heidelberger-Anleihe im Volumen von einer Mrd. Euro hat einen Zinsschein von 6,375 Prozent. Ihr Kurs hat sich bei knapp unter 100 Prozent gehalten, woraus sich eine Rendite von gut 6,4 Prozent ergibt.

Der Kurs könnte natürlich gerade in der aktuell unsicheren Lage sinken. Für den Fall, dass Heidelberg Cement die Ratings aber aller Beteuerungen des Managements zum Trotz nicht behält, sind Investoren mit der neuen Anleihe abgesichert. Wenn eine Ratingagentur den Daumen senkt und ein Junk-Rating gibt, erhöht sich der Zinsschein automatisch auf 6,875 Prozent. Zieht eine zweite Agentur nach, steigt der Kupon sogar auf 7,625 Prozent.

So sicher wie eine Staatsanleihe ist der neue Heidelberg-Bond mit Blick auf das Ausfallrisiko nicht. Dafür bietet er aber 2,8 Prozentpunkte mehr Rendite als eine vierjährige Bundesanleihe.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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