Bulle & Bär
Hoffnungsträger Shrek 4.0

Shrek sei Dank: Obwohl mit "Bee Movie" die jüngste Produktion des Animationsstudios Dreamworks kräftig floppte, halten die Analysten der Aktie weiter die Stange. Denn Dreamworks hat noch einige andere Trümpfe im Ärmel.

STUTTGART. Schuld sind eindeutig die Bienen. Die sollten nämlich als Hauptdarsteller in Jerry Seinfelds neuem Film "Das Honigkomplott" dafür sorgen, dass beim Animationsstudio Dreamworks die Kassen klingeln und der Aktienpreis pünktlich zur Weihnachtszeit in schneesichere Höhen klettert.

Doch leider bleiben die Einspielergebnisse zumindest in den USA bislang hinter den Erwartungen zurück - und der Kurs stürzte auf ein neues Jahrestief. Dabei hätte bereits der Titel die Investoren warnen können: "Bee Movie", so das Original, ist ein Wortspiel mit der englischen Bezeichnung für einen zweitklassigen Billigfilm.

Doch noch ist nicht alles verloren bei den Animationskünstlern, die schon die Streifen "Madagaskar", "Flutsch und Weg" sowie "Ab durch die Hecke" produzierten. Denn die Analysten halten der Aktie die Stange und ermutigen weiter zum Kauf, vor allem angesichts der aktuell günstigen Kurse. Bis zu 40 Prozent Aufwärtspotenzial biete der Titel, meint etwa Goldman Sachs.

Und seit Dreamworks vor einigen Tagen ein großes Rückkaufprogramm über 150 Mill. Dollar ankündigte, klappt?s auch wieder mit dem Aktienkurs - der hat sich seit dem Jahrestief inzwischen wieder um zehn Prozent erholt. "Ein Signal dafür, dass die Chefetage weiter großes Vertrauen in die eigene Leistung hat", so eine Analystin. Mehrere Banken erwarten auch, dass nach Abschluss des laufenden Programms weitere Millionen für neue Ankäufe eingeplant werden.

Selbst wenn das aktuelle Rückkaufprogramm eher psychologischen Zwecken dient und die aufgeregten Anleger beruhigen soll: Unbestritten ist, dass Dreamworks noch einige andere Trümpfe im Ärmel hat. Darunter ist der wohl berühmteste Oger der Welt: der computergenerierte Filmstar Shrek. Dessen zweiter Kinofilm gilt mit einem Einspielergebnis von 920 Mrd. Dollar als der weltweit erfolgreichste Animationsstreifen aller Zeiten. Dass "Shrek 3" eine lahmere Story erzählte als seine beiden Vorläufer, störte das Publikum nicht: Zum jüngsten Quartalsumsatz bei Dreamworks steuerte der Film fast 60 Prozent bei, der Gewinn vervierfachte sich im Vergleich zum Vorjahr.

Konsequenterweise arbeiten die Computerprogrammierer bereits mit Hochdruck am vierten Teil, dessen Erfolg ebenfalls kaum jemand anzweifelt. Zudem ließen sich die Dreamworks-Chefs einen besonderen Clou einfallen und produzieren ihre nächsten Filme gleich in 3D, damit sie in den speziellen Imax-Kinos möglichst lebensecht aussehen. Kreativität und Mut zur Innovation - in der Film- und vor allem der Animationsbranche zwei wichtige Eigenschaften. Abgesehen von den unberechenbaren Bienen im "B-Movie" sieht es im Moment für Dreamworks also eher nach Höhenflug aus.

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