Bulle & Bär
Kein Grund zur Panik

Manchen Anleger mag leichte Panik befallen haben, als der Deutsche Aktienindex (Dax) gestern morgen schon wieder mit 1,6 Prozent im Minus stand, hatte er doch in den Tagen davon schon acht Prozent an Wert verloren. Gerade zur rechten Zeit veröffentlichte gestern die Fondsgesellschaft Fidelity eine Studie, die den Blick auf Gesamtsituation im Dax schärfte.

FRANKFURT. Kernaussage: Ein Drittel aller Aktien von den 30 im Dax gelisteten Konzernen befinden sich in den Händen von Fondsgesellschaften, also in den Händen von gewöhnlich gut informierten und von den Unternehmen hofierten Großanlegern.

Zwar fehlt die Vergleichszahl, doch kann der Kleinaktionär davon ausgehen, dass wegen der Entflechtung der einstigen „Deutschland AG“ deren Anteil in den letzten Jahren sogar gestiegen ist. Da aber die größte Anlegergruppe in den letzten Tagen nicht massiv aus den Dax-Werten geflohen ist, sondern lediglich Gewinne mitgenommen, umgeschichtet oder sich neu positioniert hat, lässt sich davon ausgehen, dass auch für den Rest der Anlegergemeinde kein Grund zur Panik besteht.

Interessant ist dabei ein Blick auf die Einzelwerte, an denen die Fonds besonders große Anteile besitzen. Bei Continental (56,7 Prozent), Hypo Real Estate (55,9 Prozent) und der Deutschen Börse (49 Prozent) sind die Fondsgesellschaften überdurchschnittlich engagiert, bei Metro (19,3 Prozent), Thyssen Krupp (17,9 Prozent) und Altana (15,5 Prozent) hingegen nur in geringem Umfang. Auffällig dabei: Die drei Erstgenannten gehören seit geraumer Zeit zu den Top-Gewinnern, zumindest bei Altana hat sich dagegen in letzter Zeit nicht allzu viel getan. Die Annahme, dass die Großinvestoren das in irgendeiner Weise so haben kommen sehen, lässt sich zumindest nicht von der Hand weisen.

Schwieriger wird es indes mit dem Umkehrschluss, dass ein geringer Aktienanteil in Fondsbesitz Rückschlüsse auf die künftige Kursentwicklung geben könnte. Erstens sind die gewünschten Stücke oftmals nicht in ausreichendem Maße am Markt zu bekommen. Zweitens sind die Kurse inzwischen häufig so weit abgehoben, dass viele Investoren nur noch wenig Spielraum nach oben sehen und deshalb abwinken. Und drittens verdeutlicht der geringe Fondsbesitz, dass sich der Großteil der Anteile dann eben in Händen anderer Investoren befindet, die ebenfalls gute Gründe dafür haben werden.

Und noch einige Zahlen geben Hoffnung: An den 30 Dax-Werten sind derzeit 1 391 Fondsgesellschaften aus 32 Ländern beteiligt. Längst vorbei sind damit die Zeiten, in denen der so genannte „Home Bias“ dominierte, also in erster Linie auf Aktien aus dem eigenen Land spekuliert wurde und deswegen der Weitblick fehlte. So wie die meisten Dax-Werte inzwischen ihr Geschäft weltweit machen, so ist auch ihre Anlegerschaft gestreut. Und die wirkt aktuell noch sehr entspannt.

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