Bulle & Bär: Kleine Telekom-Dividende ärgert Anleger

Bulle & Bär
Kleine Telekom-Dividende ärgert Anleger

Die Telekom-Aktie stagniert - selbst während der letzten Rally gewann sie nicht. Und auch die Dividende wurde jetzt gekürzt. Das verärgert die Anleger, denn für viele war sie überhaupt erst der Grund zu kaufen.

FrankfurtDie Aktionäre der Telekom haben es nicht leicht. Seit Jahren kommt der Kurs der T-Aktie nicht recht in Gang. Immerhin konnten die Anleger immer auf eine üppige Dividende zählen, sozusagen als Entschädigung für die schwache Kursentwicklung. Der ehemalige Staatskonzern schüttete zuletzt 78 Cent je Aktie an seine Anteilseigner aus. Doch damit ist es nun auch vorbei. Künftig wird es weniger Schmerzensgeld geben. Wie Telekom-Chef René Obermann den Anlegern mitteilte, soll die Dividende auf 70 Cent sinken.
Gemessen am aktuellen Kurs entspricht das immer noch einer Dividendenrendite von 7,2 Prozent - so viel ist weit und breit bei keinem anderen Dax-Konzern zu holen. Außerdem gibt es die Dividende steuerfrei. Da die Telekom ihre Dividende aus einem Sonderkonto und nicht aus dem erwirtschafteten Gewinn zahlt, müssen Anleger in Deutschland darauf keine Steuern zahlen. Das war in den letzten beiden Jahren so und wird nach Angaben des Unternehmens auch in diesem Jahr so bleiben.
Die Anleger reagieren verstimmt
Trotzdem kommt die Kürzung der Dividende zu einem schlechten Zeitpunkt. Für viele Anleger war sie das schlagende Argument, die Aktie überhaupt zu kaufen oder zu behalten. Entsprechend verstimmt fiel die Reaktion an der Börse aus. Die T-Aktie verlor am Freitag zeitweise mehr als zwei Prozent und war damit größter Verlierer im Dax. Dabei hatte es der Kurs erst vor wenigen Tagen mit Mühe und Not über die Marke von zehn Euro geschafft, jetzt liegt er wieder bei 9,75 Euro. Seit langem bewegt sich die Aktie nun schon um dieses Niveau herum. Selbst während der Börsenrally in den vergangenen Monaten ging bei der T-Aktie nichts. Während der Dax in den letzten sechs Monaten rund 22 Prozent gestiegen ist, hat die Telekom gut drei Prozent verloren. Schlechter waren im selben Zeitraum aus dem Dax nur die Commerzbank, Merck und RWE.
Allzu große Hoffnungen, dass sich die Telekom in absehbarer Zeit zur Kursrakete entwickeln wird, sollten sich die Anleger nicht machen. Dafür läuft es für das Unternehmen in mehreren Geschäftsbereichen einfach nicht gut genug. In den USA, einem der wichtigsten Märkte, haben viele Kunden gekündigt. Umsatz und Gewinn dürften darunter leiden. Auch in Deutschland sinkt die Zahl der Mobilfunk- und Festnetzverträge. Hinzu kommen Abschreibungen auf die Tochter OTE in Griechenland.
Die Mehrheit der Analysten sieht für die T-Aktie wenig Potenzial. Von 28 Analysten, die die Aktie laut Datenanbieter Bloomberg in den vergangenen vier Wochen beobachtet haben, raten nur acht zum Kauf. Das Kursziel der Experten liegt im Schnitt bei 10,25 Euro.

Jörg Hackhausen
Jörg Hackhausen
Handelsblatt Online / Reporter
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