Bulle & Bär
Klimaretter streichen die Welt weiß

Der Kampf gegen den CO2-Ausstoß hat gerade erst begonnen. Das ist auch für Anleger interessant. Wer privat gegen den Klimawandel mithelfen will, kann sich an den originellen Rat des Physik-Nobelpreisträgers Steven Chu: Streicht die Welt weiß!

FRANKFURT. Das schreckt die Wissenschaftler: Ein Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatome treffen sich. Dann verbünden sie sich zu einem Kohlendioxidmolekül. In die Höhen der Atmosphäre gestiegen, wird es für die Aufheizung des Planeten mit verantwortlich gemacht.

Treibhausgase wie das CO2 kommen in die Luft, wenn Öl, Kohle oder andere fossile Energieträger verbrannt werden. Sie gelten als Ursache des Klimawandels, eines erwarteten globalen Anstiegs der Durchschnittstemperatur - laut Wissenschaftlern mit katastrophalen Folgen für die Menschheit. Im Dezember wird über ein neues Weltklimaabkommen verhandelt. Erklärtes Ziel: Die Emission von Treibhausgasen senken.

Das ist auch für Anleger interessant. Denn die Industrie beginnt, sich darauf einzustellen. Güterhersteller versuchen ihren Energieverbrauch zu verringern. Beim Hausbau senkt eine bessere Isolierung den Heizaufwand und damit ebenfalls die Kohlendioxidbelastung. Andere Firmen entwickeln erneuerbare Energien etwa mit Solartechnik, was Treibhausgase vermeidet.

Die Anlagebranche hat Aktienprodukte entwickelt, die in entsprechende Unternehmen investieren. Fonds-Analysefirmen wie Feri Eurorating schätzen den Trend als nachhaltig ein und nicht als Modethema, das bald wieder verschwindet. Anlegern scheint sich hier ein attraktives Feld zu bieten. Das war früher auch der Fall. Aktien von Unternehmen etwa, die in der Solartechnik arbeiten, waren lange Gewinner. Das ist spätestens in der Finanzkrise anders geworden.

Auch die Renditen von Fonds mit dem Anlagethema Klimawandel sind abgestürzt. Im Zwölfmonatsrückblick haben sie bis zur Hälfte an Wert verloren. In der kräftigen Börsenerholung seit Anfang März haben sie wiederum überdurchschnittlich gewonnen. Solche Fonds sind sehr abhängig von der Gesamtstimmung. Wer auf eine erneute Eintrübung an den Aktienmärkten setzt, sollte sich also besser fernhalten.

Wer privat mithelfen will, der kann sich an die aktuelle Empfehlung eines Physik-Nobelpreisträgers halten. Steven Chu rät: Streicht die Welt weiß! Helle Farben reflektieren mehr Sonnenlicht zurück in den Weltraum, senken so auch den Energieverbrauch für Klimaanlagen.

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