Bulle & Bär
Korrektur im Keim erstickt

Plagt Sie auch das schlechte Gewissen? Da geraten die Kurse kräftig ins Rutschen. Sie denken, jetzt beginnt endlich die große Korrektur, so dass die Zeit zum Einstieg nicht mehr fern ist, nachdem es beim Tief im März nicht geklappt hat. Doch kaum beginnt die Talfahrt, endet sie auch schon, und Sie haben den richtigen Zeitpunkt verpasst. Dumm gelaufen!

DÜSSELDORF. Plagt Sie auch das schlechte Gewissen? Da geraten die Kurse kräftig ins Rutschen. Sie denken, jetzt beginnt endlich die große Korrektur, so dass die Zeit zum Einstieg nicht mehr fern ist, nachdem es beim Tief im März nicht geklappt hat. Doch kaum beginnt die Talfahrt, endet sie auch schon, und Sie haben den richtigen Zeitpunkt verpasst. Dumm gelaufen!

Richtig ist: Die atemberaubende Rally seit März schreit nach einer Korrektur. Denn der Dax stieg in der Spitze um 45 Prozent, ohne dass die dahinter stehenden Unternehmen Signale für einen Aufschwung erkennen. Im Gegenteil: Der Düngemittelspezialist K+S warnt in diesen Tagen vor einem schwachen zweiten Halbjahr, nachdem sich die Kasseler zuvor noch einigermaßen optimistisch geäußert hatten. Und auch die Deutsche Lufthansa blickt pessimistischer nach vorn als vor einigen Wochen. Eigentlich mag niemand eine Trendwende erkennen. Die Rally steht also auf wackligen Beinen.

Richtig ist aber auch: Als der Dax im März bis auf 3 599 Punkte gefallen war, hatte die Börse ihren rasantesten Sturzflug aller Zeiten hinter sich. Nicht einmal im großen Crash vor 80 Jahren gab es eine Phase, in der die Kurse so rasch so heftig fielen. Das schreit geradezu nach einer Gegenbewegung. Hinzu kommt, dass auf dem Höhepunkt der Bankenkrise Ende 2008 und Anfang 2009 viele Investoren zum Verkaufen gezwungen waren, weil sie dringend Bares brauchten.

Doch jetzt laufen vor allem Fondsmanager der Entwicklung hinterher. Sie müssen sich den berechtigten Vorwurf gefallen lassen, dass Dax und Co erfolgreicher abschneiden, als aktiv gemanagte Aktienfonds. Der Grund: Viele Fonds verkauften während des Sturzflugs - beschleunigten ihn dadurch - und waren in der anschließenden Rally nicht voll investiert.

Hier liegt der Kern: Jeden Anfang einer Korrektur nutzen vor allem Profis, um endlich in den Markt zu kommen. Damit ersticken sie jede Korrektur im Keim. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Der Anlagenotstand vieler Fondsmanager ist endlich, denn die Mittelzuflüsse sind überschaubar. In lauen Sommermonaten erst Recht.

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