Bulle & Bär
K+S: Düngen bringt reiche Ernte

Mais, Zucker, Raps, Soja, Weizen, Palmöl verschwinden als veredelte Lebensmittel längst nicht mehr nur im Schlund hungriger Menschen und Tiere. In der Form von Bioethanol und Biodiesel werden sie zunehmend auch zur "Fütterung" gieriger Automobile genutzt. Doch was die Agrar- und Düngemittelwirtschaft erfreut, kann für die Welt zu einem ernsten Problem werden.

FRANKFURT. "Werden wir sie alle satt bekommen?" Norbert Steiner stellt diese Frage nicht als Altruist, sondern als Vorstandsvorsitzender des Düngemittelherstellers K+S AG. Das im Agrarwesen nachhaltig veränderte globale Umfeld hat K+S hohe Erträge gebracht. Der Kalipreis hat sich in fünf Jahren mehr als vervierfacht. Weltweit fragten Bauern und Farmer mehr Düngemittel nach, weil ihnen die Märkte bessere Preise für ihre Produkte boten. Ein Ende der "Agrarmarkt-Renaissance" ist noch immer nicht abzusehen.

Die Börse honoriert diese Perspektiven. Von Subprime-Krise ist weder bei K+S, noch bei anderen Düngemittelaktien etwas zu spüren. Trotz des bereits vollzogenen Kursaufschwungs sind Wertpapier-Analysten weiter positiv gestimmt. So sehen 13 von 20 Experten die Aktie als "strong buy" oder "buy". Das Kursziel haben Banken jetzt auf durchschnittlich etwa 260 Euro angehoben.

Norbert Steiner nimmt diese Vorschusslorbeeren gelassen hin. Die Kapazitäten der Branche seien gut ausgelastet. Seine Sorge bezüglich des in der Welt zu stillenden Hungers habe durchaus seine Berechtigung, sagt er. Was die Agrar- und Düngemittelwirtschaft erfreut - nämlich der sich inzwischen immer stärker zuspitzende Kampf um Agrarrohstoffe -, kann für die Welt zu einem ernsten Problem werden. Fest steht, dass die Agrarproduktion die Nachfrage bei weitem nicht decken kann. Wesentlich bedenklicher ist, dass noch immer Menschen in der Welt verhungern.

Einerseits ist die verfügbare Nutzfläche rückläufig, andererseits will eine steigende Weltbevölkerung nicht nur ausreichend, sondern auch besser ernährt werden. Ein Grund: Die Menschheit verzehrt mehr Fleisch. Doch zur Produktion eines Kilogramms Fleisch ist ein Einsatz von immerhin acht Kilogramm Futtermittel (meist Getreide) notwendig.

Im Hinblick auf weiter steigende Bevölkerungszahlen wird daher deutlich: Die Ernteerträge pro Fläche müssen gesteigert werden. Viele Lösungswege zum Erreichen dieses Ziels sind nicht bekannt. Ein Weg geht in Richtung gentechnisch veränderter Agrarpflanzen, die resistent gegen Schädlingsbefall sind und bessere Erträge abwerfen. Die Agrarfläche für solche "Biotech-Ernten" ist - obwohl die Methode umstritten ist - in zehn Jahren von 1,7 auf 102 Mill. Hektar gestiegen, berichtet die OECD.

Ein weiterer - von Umweltschützern jedoch kritisierter - Weg ist die Düngung der Flächen mit den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphat und Kali sowie mit Magnesium und Schwefel. "Wir werden eine Steigerung des globalen Düngemittelverbrauchs um 2,0 bis 2,5 Prozent erleben", sagt Steiner. Viel Potenzial für K + S.

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