Bulle & Bär
Leere Häuser machen Börsenkurse

Subprime feiert ein Comeback. Mit dem Schlagwort für schlechte US-Hypothekendarlehen begann die Finanzkrise vor knapp zwei Jahren. Jetzt ist es ruhig geworden um den Immobilienmarkt als Ausgangspunkt aller Probleme. Das wird aber nicht so bleiben.

FRANKFURT. Die amerikanischen Häuslebauer kämpfen ums Überleben. Sie können ihre Hypotheken nicht mehr finanzieren. Im März sprang die Zahl der Zwangsvollstreckungen gegenüber dem Vorjahr um fast die Hälfte – auf Rekordniveau. Etwa 5,4 Millionen Amerikaner sind in Zahlungsverzug oder in der Vollstreckung. Unter dem Druck des Angebots sind die Häuserpreise gegenüber dem Top vor drei Jahren um durchschnittlich ein Drittel gefallen.

Eine weitere Eskalation ist programmiert. Viele Hypotheken haben eine Anpassungsklausel bei den Zinssätzen. Die neuen Sätze werden weit höher ausfallen als die alten – und viele der ohnehin rezessionsgeplagten Amerikaner in die Versteigerung treiben. Im Moment werden noch weniger als zwei Mrd. Dollar Hypotheken monatlich angepasst. Diese Volumina werden in den kommenden zwei Jahren steigen und Schätzungen zufolge Monatswerte bis zu 14 Mrd. Dollar im Herbst 2011 erreichen.

Bereits die Zuspitzung bei den privaten Hausbesitzern wird die Lage auf dem Immobilienmarkt und bei den finanzierenden Banken verschärfen. Dazu kommen die wachsenden Probleme bei den gewerblichen Immobilien. Auch in diesem 3,5 Billionen Dollar großen Finanzierungsmarkt steigen die Ausfälle. Und in den nächsten zweieinhalb Jahren müssen schätzungsweise 1 000 Mrd. Dollar an ausstehenden Krediten refinanziert werden. In Zeiten der Kreditkrise wird das schwierig werden.

So mancher Analyst verdrängt die Problemfelder und kalkuliert mit einem Wiederaufschwung der Wirtschaft noch in diesem Jahr. Es könnte ein böses Erwachen geben. Skeptisch sind beispielsweise die Analysten des amerikanischen Finanzhauses Profutures Investments. Sollten die Immobilienprobleme durchschlagen, bliebe die Konjunktur länger auf Tauchstation. Das sind schlechte Nachrichten für Risikoanlagen wie Aktien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%