Bulle & Bär
Marktausblick: Endlich geschafft

Vier Handelstage noch, dann ist das Börsenjahr 2008 endgültig passe. Endlich, werden viele sagen. Denn dass sich in der verbleibenden Zeit noch vieles zum Positiven wendet, glaubt niemand. Warum auch, stehen doch in dieser und der kommenden Woche kaum Daten in den Kalendern, die relevant wären. Es sind deswegen eher Nachrichten aus Unternehmen, die den weihnachtlichen Frieden trüben könnten und Druck auf die Kurse bringen.

C. SCHNELL | FRANKFURT. Lässt man in den USA einen oder mehrere Autobauer in die Pleite gehen? Passiert hierzulande Qimonda das Gleiche? Sammelt Schaeffler entgegen anders lautenden Gerüchten genügend Geld, um Continental zu übernehmen?

Da all diese Fragen auch an dieser Stelle nicht endgültig geklärt werden können, wenden wir uns lieber dem zu, was leichter fällt. Beiersdorf und Salzgitter steigen ab heute in den Dax auf und ersetzen Hypo Real Estate und Continental. Auch hier werden viele den Stoßseufzer "endlich!!!" hinzufügen. Vielleicht ergänzt um die Bemerkung "Nehmt Infineon gleich mit nach unten". Aber hier müssen sich viele wohl noch bis März gedulden, ehe dieser Wunsch in Erfüllung geht. Die Regeln der Deutschen Börse lassen im Moment kein anderes Vorgehen zu, auch wenn man intern vielleicht lieber früher als später zur Tat schreiten würde. Dass die Infineon-Aktie, die sich zwischen dem dritten und vierten Advent zwischen 60 und 70 Cent eingependelt hat, im Frühjahr das Schicksal des Dax-Abstiegs ereilt, ist so offensichtlich, dass selbst mehrere Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt den Blick auf die Realität nicht verstellen können.

Besser sollten Anleger auf die beiden Dax-Neulinge schauen. Beiersdorf, bekannt für Nivea-Creme, Hansaplast und Tesa-Film, kommt erstaunlich gut durch die Krise und kann über mangelndes Geschäft nicht klagen. Am Heftpflaster wird eben auch in der Krise nicht gespart.

Solch krisenfeste Produkte kann der Stahlkonzern Salzgitter zwar nicht bieten. Nach dem Kurssturz von annähernd 70 Prozent seit dem Frühsommer scheint die Aktie in den vergangenen Wochen doch ihren Boden gefunden zu haben. Zuletzt gar wieder mit leicht ansteigender Tendenz. Auch wenn die Stahlbranche noch eine ganze Weile leiden dürfte, so punktet Salzgitter mit dem, was vielen anderen Dax-Werten, speziell den Finanzwerten, derzeit fehlt: Nämlich Geld in der Kasse. Für Aktionäre ist das so etwas wie die Absicherung nach unten, die einen weiteren Kurseinbruch verhindert. Weiterer Pluspunkt der beiden Aufsteiger: Der Gesamtwert des Dax steigt damit um 1,7 Prozent.

Wer indes auch diese Woche nicht von Konjunkturzahlen lassen will, kann dieser Laune noch am Heiligabend frönen: Pünktlich vor der Bescherung um 14.30 Uhr kommen aus den USA noch die Auftragseingänge langlebiger Güter, Zahlen zu den Konsumentenausgaben und den privaten Einkommen. Frohen Festtagen steht dann nichts mehr entgegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%