Bulle & Bär
Medien als Zielscheibe der Kritik

Manche Börsianer sind verärgert. Sie sind verärgert über die Medien. Der Vorwurf: Zeitungen machten miese Stimmung für die Aktie und für die aktive Vermögensverwaltung mit Aktien. Jetzt blicke man gestiegenen Kursen hinterher. Doch was ist dran an der Medienschelte?

FRANKFURT. Manche Börsianer sind verärgert. Sie sind verärgert über die Medien. Der Vorwurf: Zeitungen machten miese Stimmung für die Aktie und für die aktive Vermögensverwaltung mit Aktien. Jetzt blicke man gestiegenen Kursen hinterher.

Tatsächlich stiegen die Notierungen seit Anfang März an den wichtigen Märkten um etwa die Hälfte an. Aber gemessen an den Höchstständen vor knapp zwei Jahren liegen maßgebliche Indizes wie ein Dow Jones oder ein Dax immer noch ein Drittel im Minus.

Das Handelsblatt hat bereits im August 2007 in Kommentaren vor einer echten Krise mit ihren Folgen für die Finanzmärkte gewarnt. Zum damaligen Zeitpunkt sprachen Börsenexperten, Politiker, Notenbanker (wenn überhaupt) „nur“ von einem amerikanischen Subprime-Problem. Die frühen Warnungen erwiesen sich als berechtigt, auch wenn das Ausmaß der Krise praktisch alle Marktteilnehmer überraschte.

Im Frühjahr haben international renommierte Vermögensverwalter im Handelsblatt zum Aktienkauf aufgerufen. Darunter sind bekannte Namen wie Byron Wien, Steven Leuthold und Tim Hayes von Ned Davis Research. Das Trio trommelte fast punktgenau zur Marktwende im März zum Einstieg.

In die vergangenen Monate fallen auch einige in den Medien gewürdigte Aktieninitiativen. Persönlichkeiten aus der Finanzszene und der Versicherer Allianz beispielsweise machten sich stark für die Aktie. Die Aktie ist wie das freie Unternehmertum Kernelement einer marktwirtschaftlichen Ordnung. Sie ist auch in der Vermögensplanung unverzichtbar.

Aber die Frage, ob ein Aktienkauf zu einem bestimmten Zeitpunkt aussichtsreich erscheint, ist eine andere. Bis heute sind die Meinungen gespalten. Skeptiker pochen auf die Ungleichgewichte in der Finanz- und Realwirtschaft, Optimisten unter anderem auf die hohen Liquiditätsbestände, die bei Umlenkung an die Börse ein Kursfeuerwerk entfachen könnten.

Dieses Meinungsspektrum werden die Medien auch weiterhin abbilden. Das ist ihre Aufgabe. In Kommentarformaten dagegen entscheiden sich die Autoren in der Regel für eine pointierte und subjektive Sicht.

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