Bulle & Bär
Metro-Bond zum Schnäppchen-Preis

Der Winterschlussverkauf hat beim Handelskonzern Metro schon angefangen. Das gilt zwar nur vereinzelt für die Waren, die in den zu Metro gehörenden Geschäften – Cash & Carry-, Real-Märkten, Galeria-Kaufhof und Media Markt/Saturn – feilgeboten werden. Am Anleihemarkt überraschte Metro aber in der vergangenen Woche mit einem fünfjährigen Bond, der mit einem hohen Kupon von 9,375 Prozent ausgestattet ist.

FRANKFURT. Inzwischen wird die Anleihe mit der ISIN DE000A0T33X3 auch an den Börsen gehandelt. Ihr Kurs ist seitdem leicht gestiegen, die Rendite liegt aber immer noch über neun Prozent.

Damit zeigte sich Metro großzügiger als alle anderen europäischen Unternehmen, die in diesem Jahr den Bondmarkt angezapft haben. Die Handelskonzerne Carrefour und Casino, die zuletzt ebenfalls mit fünfjährigen Bonds an den Markt kamen, boten zum Beispiel dafür nur Kupons von 6,375 und 6,625 Prozent. Dabei hat Casino sogar eine schlechtere Bonitätsnote als Metro. Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch stufen Metro mit den Noten „BBB+“ ein, Moody's vergibt das eine Stufe schlechtere „Baa2“. Damit liegt Metro drei beziehungsweise zwei Stufen über dem Junk-Bereich für fragwürdige Schuldner.

Großzügig zeigte sich Metro trotzdem nicht ohne Grund, denn Investoren sind nur bereit, neue Anleihen zu zeichnen, wenn sie dafür üppig entschädigt werden. Und eine geplatzte Emission wäre für den Konzern ein verhängnisvolles Signal gewesen, von daher ging er wohl auf Nummer sicher. Die Erwartungen, dass die Bankenkrise in eine lang anhaltende Rezession mündet, hat Anleger in den vergangenen Wochen noch risikoscheuer gemacht als zuvor. Entsprechend sind die Kurse von Unternehmensanleihen noch weiter gefallen und die Renditen gestiegen. Im Mai 2007 hatte der Dax-Konzern Metro noch eine fünfjährige Anleihe mit einem Kupon von 4,75 Prozent platzieren können. Der Kurs dieser Anleihe ist so abgestürzt, dass sie inzwischen mit gut sieben Prozent rentiert. Die ganze zwei Prozentpunkte höhere Rendite des neuen fünfjährigen Bonds überzeugte aber auch Anleger, so dass er schnell überzeichnet war.

Banken empfehlen die neue Metro-Anleihe zum Kauf. Auch wenn die Kurse von Firmenbonds allgemein noch mehr unter Druck geraten können, dürfte sich der neue Metro-Bond besser halten als andere Zinspapiere. Denn die Rendite von neun Prozent liegt immerhin schon einen ganzen Prozentpunkt über der von anderen mit Ratings im Bereich Dreifach-B eingestuften Bonds.

Dabei würde eine Rezession aber natürlich auch die Handelskonzerne treffen, und da sind die Aussichten für das vierte Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft zumindest gedämpft. Metro – mit einem Umsatz von über 64 Mrd. Euro der drittgrößte Handelskonzern der Welt – hat aber zumindest im auch schon schwierigen dritten Quartal den Umsatz nochmals gesteigert.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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