Bulle und Bär
Nintendo: Clever, aber zu teuer

Der weltweite Hunger nach Freizeitelektronik nimmt immer weiter zu. Er beschert dem Videospielhersteller Nintendo ein Dauerhoch an der japanischen Börse. Inzwischen hat das 3 000-Mitarbeiter-Unternehmen Industriegiganten wie Honda oder Toshiba hinter sich gelassen.

TOKIO. Der Aktienkurs des Videospielherstellers Nintendo schwankt an der Börse Tokio um die Marke von 70 000 Yen. Damit verbunden sind weitere Bestmarken: Nintendo ist nun mit einer Marktkapitalisierung von knapp über zehn Bill. Yen (60 Mrd. Euro) drittgrößter Wert nach Auto-Weltmarktführer Toyota und der Megabank Mitsubishi UFJ Financial Group. Die Anleger scheint nicht zu stören, dass damit ein Spezialhersteller mit 3000 Mitarbeitern mehr wert sein soll als Industriegiganten wie Honda oder Toshiba mit ihren vielen hunderttausend Leuten weltweit, ihren zahllosen Patenten, Markenrechten und Immobilien.

Besonders erstaunlich fällt der Vergleich mit Sony aus. Neben einer Videospielesparte, die Nintendo rein technisch überlegen ist, stellte der Elektro-Vorreiter auch Filme wie Spiderman 3, Musikspieler wie den Walkman, Flachfernseher der Marke Bravia, Vaio-Notebooks oder Cybershot-Digitalkameras her. Die Marktkapitalisierung von Sony lag in dieser Woche aber bei nur 5,6 Bill. Yen. Das ist gut die Hälfte des Konkurrenten.

Zugegeben, vieles spricht für Nintendo. Der weltweite Hunger nach Freizeitelektronik nimmt immer weiter zu. Und dem Unternehmen aus der alten Kaiserstadt Kioto ist es gelungen, das Geschäft wegzudrehen von pickligen Jungs, die stundenlang Raumschiffe abschießen wollen. Stattdessen amüsieren sich gut verdienende Mittdreißiger - Männer wie Frauen - über die Verrenkungen, die sie bei den witzig gemachten Spielen der preiswerten Konsole Wii gemeinsam machen. Das Geschäft mit der Software läuft ebenfalls rund - alle neuen Spiele finden reißenden Absatz. Und gerade bei Frauen und bei Verbrauchern, die nicht so viel Geld für Videospiele ausgeben wollen, vermuten die Optimisten noch einen unerschlossenen Riesenmarkt.

Allianzen mit Internetfirmen und die Ankündigung, mehr Konsolensoftware für Fitness und Gesundheit herauszubringen, wirken ebenfalls viel versprechend. Gerade der Heimatmarkt wächst zudem derzeit sehr schnell. Der Spieleabsatz in Japan legte binnen Jahresfrist um 40 Prozent zu, wie neue Branchenzahlen zeigen. Ein Drittel des Marktes gehört Nintendo, obwohl es hier nur um die Software geht.

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