Bulle & Bär
Ohne Milliardenhilfen droht ein Anleihe-Crash

Die US-Notenbank druckt Geld und flutet damit die Finanzmärkte. Doch die Eingriffe werden zu neuen Blasen an verschiedenen Märkten für Vermögenswerte führen. Das ist eine echte Gefahr für Anleger.
  • 10

FRANKFURT. Zahlen können beeindrucken - vor allem diese: 2 000 000 000 000 Dollar (sprich: zwei Billionen Dollar). Das ist laut Goldman Sachs die Summe, die die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) insgesamt in den Kauf von US-Staatsanleihen stecken könnte.

Das Ich-kaufe-deine-Schulden-Spiel ist im Finanzjargon mit dem angenehm klingenden Begriff "Quantitative Easing" umschrieben, kurz "QE". Letztlich bedeutet es nicht anderes, als dass die Fed Geld druckt und damit die Finanzmärkte flutet. Bereits Mittwoch könnte die US-Notenbank erneut die Presse anwerfen. Ohne eine jährliche Schuldendroge von mehr als 1000 Mrd. Dollar käme der Staat mittlerweile nicht mehr über die Runden.

Klamme Staaten greifen zu

Das muss bezahlt werden. Einen Vorgeschmack auf einen immer gierigeren Staat haben viele Bürger bereits bekommen. In Deutschland etwa werden Raucher und Flugreisende zur Kasse gebeten. In Amerika führen die klammen Kassen zu kuriosen Situationen: Ein Autofahrer in Colorado wurde in Handschellen abgeführt, weil er eine DVD aus einer öffentlichen Bibliothek nicht rechtzeitig zurückgegeben hatte. Zwei Geldeintreiber rückten in Kalifornien dem Besitzer einer Waschstraße zu Leibe, weil der vier Cents an Steuern schuldig war.

Die Amerikaner sind besonders klamm, blickt man auf die Billionenlöcher im Staatshaushalt. Für neue Schulden müssen neue Anleihen aufgelegt werden. Doch solche gewaltigen Mengen kann nur noch die Notenbank selbst aufkaufen.

Seite 1:

Ohne Milliardenhilfen droht ein Anleihe-Crash

Seite 2:

Kommentare zu " Bulle & Bär: Ohne Milliardenhilfen droht ein Anleihe-Crash"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @k.h.a :

    YOU, SiR, NAiLED iT!

    ich glaub ich kenn Sie von FAZ.NET ;) auch dort ist ein Leuchturm der Vernunft namens khaproperty unterwegs.... Grüße!

  • Nachtrag zu Nr.7:

    Natürlich kann man es auch so sehen, daß die FED keine Alternative hat, als (über den Umweg von Großinvestoren) durch Aufkaufen der Treasury`s die Finanzierung der USA direkt zu betreiben - eben weil niemand sonst mehr da ist, der noch in nennenswertem Umfang diese Aufgabe übernehmen will. Diese Sichtweise vertreten in USA mittlerweile führende investoren und Meinungsmacher: Faber, Gross, buffet, Grantham, Stiglitz, Farrell etc. Danach ist bernanke - freiwillig oder nicht - der betreiber eines Schneeballsystems, dort Ponzi-Scheme genannt, und fährt die USA mit Vehemenz in ihr größtes bislang bekanntes Desaster, schlimmer als die Depression 1929/34. Da scheint in der Tat etwas dran zu sein, wenn man die Überbewertungen der Assets, Fremdwährungen sowie der eigenen Möglichkeiten betrachtet - und den ansteigenden Vertrauensverlust im Lande und vor allem auch außerhalb..

  • Erst wenn das Geld nichts mehr kaufen kann, werdet ihr erkennen, dass man es auch nicht essen kann. Dabei ist es so einfach essbares Geld zu erfinden... Aber auch dafür bekomme ich wohl keine Förderung :-)

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%