Bulle & Bär
Party zur Zinserhöhungspause war verfrüht

Am Tag danach herrscht Katerstimmung an den Finanzmärkten. Die Euphorie über eine mögliche Zinspause in den USA ist ebenso schnell verflogen wie sie gekommen war. Der Dollar hat sich erholt, die Aktienmärkte treten auf der Stelle, und auch bei den Anleihehändlern herrscht eine gewisse Ernüchterung.

NEW YORK. Bei genauerem Lesen des Protokolls der jüngsten Notenbank-Sitzung hat sich nämlich herausgestellt, dass die Party, auf der ein baldiges Ende der Zinserhöhungen in den USA gefeiert wurde, wohl doch etwas verfrüht war.

Es wäre ja auch zu schön gewesen. Seit Monaten warten die Börsianer auf ein Signal der US- Notenbank (Fed), dass es mit den inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Zinserhöhungen bald vorbei ist. Zwölf Mal hintereinander hat Fed-Chef Alan Greenspan die Zügel seit Juni 2004 angezogen und den Leitzins damit von einem auf vier Prozent geschraubt. Bis zuletzt hatten die Notenbanker betont, dass die Geldpolitik immer noch stimulierend sei und der Kurs maßvoller Erhöhungen fortgesetzt werden müsse.

In diese quälende Langeweile platzte die Mitschrift der Fed-Sitzung von Anfang November. Einige Mitglieder der Notenbank, so heißt es da, befürchteten, dass die Fed ihren restriktiven Kurs weiter treiben könnte, als es für die Wirtschaft gut sei. Diese Angst grassiert an den Aktienmärkten schon seit längerem, und so jubelten die Händler, dass sie jetzt offenbar bei der Notenbank Verbündete gefunden hatten. Postwendend wurde das Ende der Zinserhöhungen in den USA verkündet.

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