Bulle & Bär
Raus aus Staatsbonds

Private Anleger durchleben wieder einmal ein Wechselbad der Gefühle. Zur Sorge, wie stark die Krise ihre Depots noch belasten wird, kommt eine weitere Befürchtung hinzu: Rendite zu verpassen, wenn man zu spät einsteigt.

FRANKFURT. Die meisten Privatanleger tragen die gemischten Gefühle allerdings mit sich herum, ohne zu handeln, wie Finanzberater berichten. Zwar diskutieren Kunden mit Blick auf die kletternden Kurse an den internationalen Aktienbörsen wieder intensiv über Chancen an den Finanzmärkten. Doch fehlt offenbar vielen die Entschlusskraft, ihren großen Berg an Tagesgeld und Staatsanleihen im Depot abzubauen.

Auch wenn die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise und die Entwicklung der Börsen groß bleibt, eines scheint sich deutlich abzuzeichnen: Die große Zeit der Staatsanleihen dürfte vorbei sein. Seit Beginn der Finanzkrise konnte man mit deutschen Staatsbonds eine Rendite von gut 15 Prozent erzielen - zehn Prozent allein im Jahr 2008, wie der deutsche Staatsanleihenindex RexP zeigt.

Kurzfristig mögen zwar schwache Konjunkturdaten und Anleihekäufe durch Zentralbanken die Kurse stabil halten. Doch der von vielen Bondexperten erwartete Schwenk hin zu schwächeren Kursen von Staatsanleihen und umgekehrt steigenden Renditen deutete sich bereits in den vergangenen Tagen an. Immer mehr Anlagestrategen sind überzeugt davon, dass die Kurse von Staatsanleihen mittelfristig sinken werden. Als Gründe nennen sie steigende Inflationserwartungen durch die sintflutartige Menge neu ausgegebener Staatspapiere zur Unterstützung krisengeschüttelter Firmen sowie andererseits die zaghafte Hoffnung, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft USA doch in absehbarer Zeit wieder berappelt.

Vor diesem Hintergrund können auch unentschlossene Anleger etwas tun: ihren Anteil von Staatsbonds oder Staatsanleihefonds überprüfen und reduzieren. Als Orientierung mag ihnen dienen, was erfolgreiche Vermögensverwalter machen: Der bekannte französische Aktien- und Mischfondsspezialist Edouard Carmignac hat seinen Anteil Staatsanleihen um ein Drittel verringert, setzt nun stärker auf Firmenanleihen sowie Aktien aus Schwellenländern und dem Rohstoffsektor.

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