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Rentenfonds: Kaum besser als die Matratze

Es ist eine Binsenweisheit: In turbulenten Zeiten bringen Anleihen Sicherheit ins Depot. Der Anleger weiß, wie viel Zins er von einem Rentenpapier zu erwarten hat. Am Ende der Laufzeit bekommt er den Nominalwert der Anleihe ausbezahlt. Mit dem Argument der Sicherheit verkaufen nun Banken gerne Rentenfonds, die das eingesammelte Geld in eine ganze Reihe von Anleihen stecken. Sicherer als eine einzelne Anleihe sind solche Fonds häufig nicht. Dafür aber teurer.

DÜSSELDORF. Der Anleger weiß, wie viel Zins er von einem Rentenpapier zu erwarten hat. Am Ende der Laufzeit bekommt er den Nominalwert der Anleihe ausbezahlt. Im Rentenfonds bündelt der Manager Anleihen verschiedener Laufzeiten, Bonität und verschiedener Länder - je nach Fonds. Die beiden größten Vorteile einer Anleihe - feste Zinszahlungen und ein fester Auszahlungsbetrag am Ende des Anlagezeitraums - gehen bei solchen Fonds natürlich verloren. Je nach Entwicklung der Zinsen fällt die Rendite höher oder magerer aus als bei der Einzelanlage. Hinzu kommt ein Kursrisiko, wie es Anleger derzeit besonders schmerzhaft spüren. Nach Angaben der Fonds-Ratingagentur Feri haben globale Rentenfonds in den vergangenen drei Jahren eine durchschnittliche negative Rendite von 1,62 Prozent erwirtschaftet. Rentenfonds, die sich auf den EuroRaum beschränken, brachten magere 0,18 Prozent. Die Zinsausschüttungen der einzelnen Papiere wurden durch Kursverluste und Managergebühren um die 0,9 Prozent ganz oder weitgehend aufgefressen. Ausgabeaufschläge von rund vier Prozent sind noch gar nicht eingerechnet. Da hätten die Sparer ihr Geld gleich unter die Matratze legen können.

Oder besser: eine Anleihe oder ein Anleihesortiment direkt kaufen. Wer jetzt beispielsweise eine Bundesanleihe mit Laufzeit bis 2013 kauft, erzielt eine garantierte Rendite von jährlich 4,6 Prozent. Sicher ist auch: Zum Laufzeitende bekommt der Investor den Nennbetrag ausbezahlt. Natürlich unterliegt eine vermeintlich sichere Bundesanleihe auch Kursschwankungen. Deshalb lohnt solch eine Anlage häufig nicht, wenn der Anleger das Geld schon vor Ende der Laufzeit wieder braucht. Doch für den Vermögensaufbau sind solche Anleihen ideal.

Erwirbt der Anleger jetzt einzelne Papiere, riskiert er nur, dass die Zinsen weiter steigen und ihm bessere Anlagemöglichkeiten in naher Zukunft entgehen. Deshalb ist es sinnvoll, das Geld gestaffelt anzulegen, etwa mit Endfälligkeiten in einem Jahr, zwei Jahren und fünf Jahren. Dann wird immer mal wieder Geld frei, um ein inzwischen verbessertes Angebot zu nutzen. Zehnjährige oder noch längere Laufzeiten lohnen derzeit kaum. Ihre Verzinsung ist kaum höher als bei einem fünfjährigen Papier.

Rentenfonds sind nur sinnvoll, wenn ihre Manager in Papiere mit höheren Ausfall- oder Währungsrisiken, etwa in hochverzinsliche Unternehmensanleihen, oder in Schwellenländer investieren. Dass Banken Sparern einzelne Argentinien-Anleihen verkauft haben, war verantwortungslos. Bei steigenden Zinsen dürften selbst Fonds, die risikoreiche Papiere bündeln, eher magere Renditen liefern.

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