Bulle & Bär: Rhön-Klinikum verlangt Anlegern Vertrauen ab

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Rhön-Klinikum verlangt Anlegern Vertrauen ab

Die Krankenhausgruppe Rhön-Klinikum bleibt auch nach dem Wechsel an der Konzernspitze ihrem Stil treu – das ist spätestens klar, seit das Unternehmen den Zuschlag für die Universitäts-Klinik Gießen-Marburg erhalten hat.

FRANKFURT. Weder der im Herbst an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselte Unternehmensgründer noch sein Nachfolger Wolfgang Pföhler konnten sich die Gelegenheit entgehen lassen, mit der ersten Privatisierung einer Uni-Klinik in Deutschland Standards zu setzen.

Ob es nun um die Immobilien geht, auf deren Besitz die Rhön-Gruppe auch bei dieser Übernahme pocht, oder die Rolle von Forschung und Lehre an einer privaten Uni-Klinik: Der Klinikkonzern bestimmt die Spielregeln. Das könnte sich lohnen, denn künftige Privatisierungsvorhaben dieses Kalibers werden sich zweifelsohne am Präzedenzfall Gießen-Marburg orientieren.

Der Drang des Rhön-Klinikums, sich als Branchenpionier zu etablieren, ist eng verknüpft mit der Unternehmerpersönlichkeit des Gründers Eugen Münch. Bereits in den siebziger Jahren – das Schlagwort Private Public Partnership war noch gar nicht erfunden – erkannte er, dass man Krankenhäuser als Wirtschaftsunternehmen führen kann. Auch mit dem Börsengang und mit der Einführung international üblicher Bilanzierungsstandards war die Gruppe der Konkurrenz mehr als eine Nasenlänge voraus.

Typisch Rhön ist aber auch die verschwiegene Beharrlichkeit während des Bieterverfahrens. Nachdem das Management mehrmals öffentlich sein Interesse an Gießen-Marburg zwar nicht dementiert, aber ziemlich heruntergespielt hatte, wurde nur noch darüber spekuliert, welcher der Rhön-Konkurrenten – Helios oder Asklepios – den Zuschlag erhalten würde. So konnte der politikerfahrene Rhön-Chef Pföhler hinter den Kulissen ungestört Strippen ziehen und sein Unternehmen dank eines umfassenden Standortkonzepts als Überraschungssieger aus dem Verfahren führen.

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