Bulle & Bär
Rio Tinto schafft Sprung in den Stoxx 50

Nach dem britisch-südafrikanischen Minenriesen Anglo American ist mit Rio Tinto nun einem weiteren Rohstoffkonzern der Sprung in den prestigeträchtigen Stoxx 50 geglückt. Und mit seinem australischen Lokalrivalen BHP Billiton klopft der nächste Kandidat aus der Branche bereits unüberhörbar an die Pforte.

KAPSTADT. Die Schutzhelme kommen“, titelte vor kurzem ein südafrikanisches Finanzblatt vor dem Bild einer Gruppe Dreck verschmierter Bergleute. In der Tat haben die Rohstoffförderer einen märchenhaften Aufstieg erlebt. In der weltweiten Rangliste der zehn wertvollsten Konzerne befinden sich mit Exxon Mobil, BP und Royal Dutch/Shell inzwischen gleich drei Unternehmen aus dem Energiebereich – und mit Microsoft nur noch ein einziges aus der einst gefeierten Hightech-Branche.

Aber auch die Metallproduzenten gewinnen an Boden. Nach dem britisch-südafrikanischen Minenriesen Anglo American ist mit Rio Tinto nun einem weiteren Rohstoffkonzern der Sprung in den prestigeträchtigen Stoxx 50 geglückt. Und mit seinem australischen Lokalrivalen BHP Billiton klopft der nächste Kandidat aus der Branche bereits unüberhörbar an die Pforte.

Nicht nur im Öl- und Gassektor sondern auch im Erz- und Metallgeschäft herrscht Festtagsstimmung – und ein wahres Preisfeuerwerk. Die hier tätigen Konzerne brauchen sich nicht länger bescheiden zu geben: Erst im März schockte Rio Tinto die Stahlbranche mit Preiserhöhungen bei Eisenerz von mehr als 80 Prozent. Ähnlich hoch sind die Steigerungen bei Kokskohle oder Kupfer.

Es ist vor allem der schier unersättliche Hunger Chinas nach Industriemetallen, der Rio Tinto den Aufstieg ermöglicht hat. Bereits heute liefern die Australier 13 Prozent ihrer Gesamtproduktion ins Reich der Mitte; Tendenz steigend. China verbraucht inzwischen fast 40 Prozent der weltweiten Produktion von Eisenerz. Kein Wunder, dass sich Rio Tintos Nettogewinn in dieser Sparte zuletzt auf 681 Mill. Dollar verdreifachte. Noch mehr steuerte zum Gesamtergebnis der Gruppe nur Kupfer bei, dessen Gewinnanteil sich auf 834 Mill. Dollar verdoppelte. Auch hier ist Chinas Bedarf gigantisch. Letztes Jahr verbrauchte das Land rund 20 Prozent der weltweiten Kupferförderung – dreimal mehr als noch vor zehn Jahren.

Ein Ende des Booms ist schon deshalb nicht absehbar, weil die Industrialisierung des riesigen Landes gerade erst begonnen hat. Weil die in die Städte strömenden Menschen irgendwo leben müssen, wird zurzeit in China die dafür benötigte Infrastruktur aus dem Boden gestampft. Zudem warten schon andere Wachstumsregionen wie Indien und Südostasien aber auch Lateinamerika.

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