Bulle & Bär: Rohstoffe
Wasser ist Super

Was kaum etwas kostet, kann auch kaum etwas wert sein. Ist demnach Wasser nichts wert? Während andere Rohstoffe, gerade Öl, sich teils explosionsartig verteuern, wird das lebenswichtige Trinkwasser zu Tiefpreisen verkauft. Dabei werden auch hier die Ressourcen knapper - und das könnte für Anleger interessant werden.

FRANKFURT. Bei Rewe kostet ein Liter Wasser der Hausmarke "ja!" weniger als 13 Cent. Das sind Kampfpreise. Vor Jahren war Mineralwasser billiger. Ganz anders beim Öl: Es ist heute zehn Mal teurer als noch zur Jahrtausendwende. Jetzt wird ein Barrel der Marke WTI bei 125 Dollar gehandelt, umgerechnet und pro Liter sind das 51 Euro-Cent.

Ähnlich beim Derivat Benzin, das an der Zapfsäule gerade die Marke von 1,50 Euro touchiert hat. Der Staat verdient noch daran. Er knöpft dem fahrenden Bürger allein über die Energiesteuer mehr als 65 Cent ab. Sämtliche Steuern herausgerechnet bleiben 58 Cent. Selbst in der Nettobetrachtung ist Benzin mehr als vier Mal teurer als Wasser.

Verkehrte Welt, in der Wasser billiger ist als Öl und Benzin. Ohne Öl fehlt dem Menschen zwar der wichtigste Energiespender. Aber ohne Wasser würde er nach kurzer Zeit verdursten. Und für das lebensspendende Nass gibt es keinen Ersatzstoff. Bewohnern der westlichen Welt liegen lebensbedrohende Mangelerfahrungen fern. Das gilt gerade für das wasserreiche Deutschland. Wasser kommt eben aus dem Wasserhahn, so lange und so viel man will. So können Handelsketten mit Billigprodukten ins Rennen gehen, wie mit der erwähnten Marke, abgefüllt am Quellort Reichelsheim-Beienheim.

Sauberes Wasser wird in Zukunft noch knapper werden als es jetzt schon ist - vor allem in Entwicklungsländern. Das bietet Anlegern Chancen. Sie können bei Unternehmen einsteigen, die auf diesen Feldern arbeiten. Für das Fördern, Verteilen, Reinigen und Aufbereiten von Wasser, oder auch für die Erneuerung einer oft maroden Kanalisation gerade in den Industrieländern werden weltweit jährlich bis zu 500 Mrd. Dollar ausgegeben. Und der globale Wasserverbrauch insbesondere für die Landwirtschaft steigt schneller als die Bevölkerungszahl. Dafür sorgen der Aufschwung in den Schwellenländern und der wachsende Wohlstand mit steigendem Nahrungsmittelverbrauch.

Es gibt keinen Terminhandel für Wasser wie beim Öl. Behörden setzen die Preise fest. Aber an den Börsen notieren Firmen aus der Branche. Darunter sind eine Severn Trent aus England, die französische Veolia, eine Pentair aus den USA, eine Geberit aus der Schweiz. Bereits in der Vergangenheit haben derartige Anlagen deutlich mehr Ertrag geliefert als die umfassenden Börsenindizes.

An Wasser-Aktienfonds und entsprechenden Zertifikaten von Adressen wie KBC, SAM, Pictet, DWS oder der Société Générale mangelt es nicht. Das ist eine Alternative für Verbraucher. Auf Entlastung bei den Benzinausgaben werden die Konsumenten vergeblich hoffen. Sprit der Billigmarke "ja!" wird es nie geben. Und Vater Staat wird auch die Mineralölsteuer kaum senken. Anleger können allerdings versuchen, mit den erwarteten Gewinnen aus Wasserinvestments ihre steigenden Energieausgaben abzufedern.

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