Bulle & Bär
Schneller als die Analysten

Mit einer Flut von Kaufempfehlungen überschwemmt uns seit Tagen die Investmentbank Goldman Sachs. Die Amerikaner raten zum Kauf einer ganzen Reihe von Aktien, weil sich die Konjunkturdaten aufhellen und dementsprechend die Firmengewinne wieder zulegen könnten. Das Problem: Anleger haben diese Karte längst ausgespielt.

DÜSSELDORF. Mit einer Flut von Kaufempfehlungen überschwemmt uns seit Tagen die Investmentbank Goldman Sachs. Die Amerikaner raten zum Kauf einer ganzen Reihe von Aktien, weil sich die Konjunkturdaten aufhellen und dementsprechend die Firmengewinne wieder zulegen könnten. Das Problem: Anleger haben diese Karte längst ausgespielt.Die Kurse sind bereits kräftig gestiegen. Obendrein weiß niemand, ob die Konjunktur tatsächlich anspringt.

Wie ein Ei dem anderen gleichen sich die Empfehlungen für den weltgrößten Chemiehersteller BASF, den Schweizer Agrarchemiespezialisten Syngenta, den Gasehersteller Linde, den Großmotorenbauer Tognum, den Kranhersteller Demag Cranes und, und, und. Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Bei all diesen Werten bescheinigen die Goldman-Analysten den Anlegern gute Einstiegschancen - selbst wenn die Kurse schon gestiegen sind, wie die Experten freimütig einräumen. Auch sei noch nicht erkennbar, ob die momentane wirtschaftliche Entwicklung der Beginn einer Erholung sei. Aber für die Zeit nach der Rezession hätten die Aktien durchaus höhere Bewertungen verdient. Deshalb hebt Goldman seine Kursziele zum Teil drastisch an.

Alles richtig, die Argumente leuchten ein. Doch wussten wir nicht schon immer, dass jede Rezession einmal endet und Aktien dann wieder höhere Kurse verdienen? Dementsprechend machen solche Empfehlungen nur dann Sinn, wenn sie zu einem Zeitpunkt kommen, wenn sich die Rezession gerade in den Köpfen auszubreiten beginnt und dementsprechend die Kurse so richtig tief im Keller notieren. So wie im Herbst vergangenen Jahres und noch einmal in den düsteren Wintermonaten, als all die eben erwähnten Aktien mit einem Abschlag von 30 oder gar 50 Prozent des heutigen Preises zu haben waren. Zeit für Empfehlungen, wie sie jetzt inflationär daherkommen, gab es reichlich.

Jetzt empfiehlt sich eher der Ratschlag, innezuhalten und auf tatsächliche Signale für eine Konjunkturbelebung zu warten. Denn auf ein mögliches Ende der Rezession haben Anleger längst reagiert. Auch ohne Empfehlungen.

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