Bulle & Bär
Schrecken ohne Ende

„Gefahr einer echten Krise“ – diese Überschrift trug im September 2007 ein Börsenkommentar an gleicher Stelle. Heute kann man getrost die beiden ersten Worte streichen. Der Rat von damals hat aber immer noch Gültigkeit.

HB FRANKFURT. Damals stand die Pleite der britischen Hypothekenbank Northern Rock im Mittelpunkt – ein erschütterndes Ereignis. Inzwischen gibt es so viele Schreckensmeldungen, dass der Beobachter leicht den Überblick verliert. Rettungspakete in Milliardenhöhe gehören zum Alltag.

Die Hiobsbotschaften allein aus dem Finanzsektor füllen mittlerweile Bände. Pleiten, Schieflagen, Verstaatlichungen meldeten beispielsweise Bear Stearns, Lehman Brothers, Merrill Lynch, Morgan Stanley, AIG, Wachovia, Freddie Mac, Fannie Mae, Indymac, Citicorp, New Century Financial, American Home Mortgage, Washington Mutual, UBS, HBOS, Royal Bank of Scotland, HSBC, Bradford & Bingley, Kauphting, ING, Fortis, Dexia, IKB, deutsche Landesbanken, Hypo Real Estate, Commerzbank, Dresdner Bank.

Seitdem die Finanzkrise die Realwirtschaft erreicht hat, kommen die Katastrophenmeldungen inzwischen auch aus anderen Unternehmen – etwa von General Motors, Chrysler, Ford, Opel, Schaeffler, Märklin, Schiesser, Quimonda, Merckle, Waterford Wedgwood, Nokia.

Manche der börsennotierten Werte sind mittlerweile zu Penny-Stocks degeneriert, wie General Motors oder die Commerzbank. So groß ist die Not, dass auch ganze Staaten in den Strudel gerissen werden, etwa Island, Großbritannien, Irland, Spanien, Griechenland, Japan und viele osteuropäische Länder.

Der damalige Kommentar schloss mit dem Rat: Im echten Krisenfall sind Bargeld, erstklassige kurzfristige Zinsanlagen und ausgewählte Rohstoffe das Gebot der Stunde. Seitdem droht die tägliche Meldungsflut über Problemfirmen, Problemländer, aktuelle Rettungspakete allerdings den Blick auf das große Ganze und damit die entscheidende Information zu verstellen.

Dieser Blick offenbart eine zunehmende Eskalation der Krise – Stabilisierung nicht in Sicht. So liegt der Schluss nahe: Der allgemeine Rat ist für vorsichtige Anleger bis heute gültig.

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