Bulle & Bär
Schritt für Schritt lautet die Börsenstrategie der Stunde

Unsicherheit ist derzeit das meistgebrauchte Wort an der Börse. Von Anlegern, Volkswirten, von Analysten und Strategen. "Nichts genaues weiß man nicht", sagt der Volksmund. Viele sind vorsichtig geworden, weil sie mit ihren Prognosen in den vergangenen Monaten ziemlich weit daneben gelegen haben.

Meist kam es schlimmer, als die Experten prophezeit hatten. Viel schlimmer. Jetzt bleiben sie lieber im Ungefähren - das ist durchaus verständlich.

In den wöchentlichen Vorschauen der Banken steht deshalb im Groben das gleiche: weiterhin schwieriges konjunkturelles Umfeld, negative Überraschungen bei Unternehmenszahlen sehr wahrscheinlich, mehr als eine kleinere Erholung an den Börsen kaum möglich. Kurzum: Lieber Anleger, halte Dein Geld besser beisammen und warte auf niedrigere Kurse.

Abwarten aber ist nicht immer die beste Strategie - auch an der Börse nicht. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit, dass es mit den Aktienkursen weiter bergab geht, nach wie vor hoch. Allerdings spricht einiges dafür, dass sich die Situation langsam aber sicher entspannt. Diese Woche stehen weitere wichtige Konjunkturdaten aus den USA auf dem Programm. Der Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia und der Empire State Index etwa. Experten rechnen damit, dass beide zwar im negativen Bereich bleiben, tendenziell aber nach oben zeigen.

Wichtig für Anleger ist in diesen Tagen, sich genau zu überlegen, wie lange sie ihr Geld entbehren können. Wer jahrelang darauf verzichten kann und der Meinung ist, dass die Weltwirtschaft nicht komplett zusammenbricht und zwischenzeitliche Verluste ohne Kreislaufprobleme aussitzen kann, darf sich ruhig einige Aktien ins Depot legen. Allerdings nicht alles Geld auf einmal investieren. Schritt für Schritt lautet die Strategie der Stunde - schwache Börsentage nutzen und sich einkaufen. Wer darauf wartet, dass der Dax - wie 2003 - unter die Marke von 3 000 rutscht, der wartet womöglich zu lange und verpasst den nächsten Aufschwung.

Denn nicht alle Investoren haben in den vergangenen Monaten ihre Millionen und Milliarden an der Börse verloren. Viele sitzen auf Koffern voll Geld - und warten auf den passenden Moment. Ganz so fern dürfte der nicht mehr sein.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen
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