Bulle und Bär: Schwergewichte vs. Nebenwerte

Bulle und Bär
Schwergewichte vs. Nebenwerte

In den vergangenen Jahren konnte man mit cleveren Investitionen in Nebenwerte hohe Gewinne erzielen. Jetzt werden Aktien von Großunternehmern auch wieder für erfahrene Anleger interessanter.

FrankfurtDie Aktien der ganz großen Unternehmen sind gewöhnlich etwas für Einsteiger oder vorsichtige Investoren. Erfahrene Anleger dagegen durchforsten die Börsen lieber nach Nebenwerten. Weil die kleinen Dividendentitel meist billiger sind, bergen sie meist ein größeres Potenzial für Ertragszuwächse. Dabei muss der Anleger allerdings in Kauf nehmen, dass die Börsenwinzlinge meistens nicht so liquide sind, und damit auch schwerer handelbar. Deshalb sind größere Kursschwankungen möglich.

In den vergangenen zehn Jahren war das Glück mit den Mutigen. Aktien, die im weltweiten MSCI World Index Small Cap für kleine Unternehmen geführt werden, legten rund vier Prozent zu. Große Unternehmen aus dem MSCI World Index Standard verloren im gleichen Zeitraum fast drei Prozent.

Die Prämie, die kleine Aktien gegenüber großen abwarfen und die Anleger für das größere Liquiditätsrisiko kompensierte, lag demnach bei gut sieben Prozent. Im vergangen Jahr erreichte der Renditeaufschlag sogar rund elf Prozent.

Doch diese Zeiten könnten bald vorbei sein, wenn man einer Studie der BNY Mellon Asset Management glaubt. Darin kommen die Analysten zu dem Schluss, dass im kommenden Jahrzehnt Aktien von Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung mittel- und langfristig deutlich besser abschneiden werden als die Papiere kleiner Firmen.

Aktien von Großkonzernen
sind unterbewertet

Die Experten schätzten anhand der aktuellen Kurse, der erwarteten Unternehmensgewinne und wirtschaftlichen Wachstumsraten die künftigen Renditen der einzelnen Papiere. Heraus kam zum einen, dass die Börsen-Schwergewichte im Vergleich zu den Nebenwerten unterbewertet sind. Zum anderen ist die erwartete Rendite der kleinen Aktien nicht mehr höher als die der großen Titel.

In den USA ist der erwartete Renditeaufschlag der Kleinen sogar inzwischen negativ bei minus 0,12 Prozent. Die Experten gehen also davon aus, dass klassische Papiere in Zukunft höhere Gewinne abwerfen, als die kleineren Werte.

Die BNY-Analysten verglichen dabei den S&P 500 als Referenz für Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung mit dem Russell 2000 für Unternehmen mit geringer Kapitalisierung. Eine umgedrehte Renditeprämie tauchte das letzte Mal 1983 auf. Danach folgte eine Rally der Schwergewichte. Eine Dekade lang gewann der S&P 500 jährlich 10,4 Prozent, während der Russell 2000 lediglich 6,5 Prozent zulegen konnte.

Für Anleger bedeuten die Ergebnisse, dass sich der größere Mut nicht mehr so häufig auszahlt. Oder anders gesagt, es wird künftig schwieriger, die Anfänger und die bequemen Investoren zu schlagen.

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