Bulle & Bär
„Sell in May“, aber warum?

Auch wenn es die Temperaturen bereits seit Ostern vermuten ließen: Der Wonnemonat Mai beginnt erst nächste Woche. Und dann wird an der Börse wieder dutzendfach die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ die Runde machen. Von den unerklärlichen Abstürzen in der Historie selbst zu besten Börsenzeiten wird dann die Rede sein, von Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden sollen und von der Überhitzung der letzten Monate, die gerade dann zu einer Abkühlung führen müsste.

FRANKFURT. Die genauere Betrachtung, was Mythos und was Dichtung ist, zeigt hingegen ein weit weniger dramatisches Bild. Beispielsweise sind die Kurse der im Dax vertretenen Top-30 der deutschen Wirtschaft im Mai in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um 0,6 Prozent gestiegen. Gerade die Entwicklung der letzten Jahre hat diesen Wert eher nach oben denn nach unten getrieben und die These von „Sell in May ...“ widerlegt.

Nun ist ein Plus von 0,6 Prozent im Vergleich zu anderen Monaten sicherlich kein toller Wert. Er ist aber immer noch besser als der eher für Aufbruch stehende Januar, der es nur auf 0,5 Prozent brachte. Ganz zu schweigen von den wirklich schlechten Börsenmonaten August mit minus 1,3 Prozent und September mit minus 4,4 Prozent.An anderen Börsenplätzen weltweit schaut es übrigens ähnlich aus.

Die Frage muss an dieser Stelle somit eher lauten, warum sich der Mythos des angeblich so schlechten Börsenmonats Mai noch immer hält. Es ist wohl eher das Massenphänomen, dass sich zum einen viele Anleger an den Terminmärkten in diesen Tagen „short“ positionieren, also auf fallende Kurse setzen. Zum anderen wird voraussichtlich auch diesmal zu beobachten sein, dass wegen der erhöhten Nervosität selbst weniger bedeutende Meldungen zu erhöhten Kursausschlägen führen. Doch wo die Masse in eine Richtung läuft, haben sich die Profis längst anders positioniert und setzen auf das Gegenteil.

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