Bulle & Bär
Studienkredite: Lohnende Investition

Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen. Das soll schon der amerikanische Politiker und Schriftsteller Benjamin Franklin im 18. Jahrhundert gesagt haben. Ganz ähnlich denken wohl auch immer mehr Banker. Denn die Zahl der Anbieter von Studienkrediten wächst rasant.

DÜSSELDORF. Obwohl in Deutschland erst seit knapp anderthalb Jahren Studienkredite im großen Stil angeboten werden, hat sich mittlerweile ein vielschichtiger Markt entwickelt. Bereits gut 20 Banken und Finanzdienstleister buhlen um die jungen Kunden. Und die Konkurrenz steigt weiter. So ergab beispielsweise eine Umfrage der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting, dass acht von zehn Kreditinstituten in Deutschland das Studenten-Banking ausbauen wollen. Bis 2013 werde das Volumen der Studienfinanzierung daher bis auf rund elf Milliarden Euro anwachsen.

Gründe für die steigenden Zahlen gibt es viele. Entscheidend ist jedoch, dass die angehenden Akademiker für die Banken eine lukrative Zielgruppe sind. Denn trotz der noch wachsenden Arbeitslosigkeit unter Akademikern gilt ein Uniabschluss noch immer als beste Voraussetzung für eine spätere Karriere mit hohem Gehalt.

Mit diesem Argument vertreiben die Institut auch ihre Produkte. Ihre Rechnung: Wer sein Studium auf Pump finanziert, nebenbei nicht mehr jobben muss, kann früher den Abschluss schaffen, eine feste Stelle annehmen und gutes Geld verdienen. Die Kosten für den Kredit würden durch den früheren Eintritt in das Berufsleben mehr als ausgeglichen, heißt es meistens.

Doch so einfach ist die Rechnung nicht. Zum einen sind die Angebote – vor allem einiger Privatbanken – alles andere als günstig. Die fehlenden Sicherheiten der Studenten spiegeln sich eben auch in den Zinssätzen wider. Zudem entgehen dem Studenten bei einem zügigen Studium auch Chancen. Denn die meisten Akademiker lernen ihren ersten Arbeitgeber bereits bei Praktika und Nebenjobs während der Zeit an der Alma Mater kennen.

Leichtsinnig einen Kredit aufzunehmen, könnte sich daher später als gravierender Fehler erweisen. Denn ein schneller Studienabschluss verspricht noch lange keinen gut dotierten Job. Und wenn das fest eingeplante Gehalt ausfällt, eventuell nach dem Studium noch ein Umzug oder Autokauf ansteht, ist der finanzielle Spielraum der Neu-Akademiker schnell erschöpft. Und auch wenn die meisten Banken bisher noch nicht davon sprechen wollen: Auch Studienkredite sind Schulden, die getilgt werden müssen. Besondere Rücksichtnahme der Banken brauchen auch die angehenden Akademiker nicht zu erwarten.

Eine Investition in Bildung ist sicher gut angelegtes Geld. Damit hat Franklin sicher Recht. Aber auch Studenten sollten ihre Schulden möglichst gering halten. Denn nicht jeder Auslandsaufenthalt und jedes eingespartes Semester zahlt sich am Ende wirklich aus – manch ein zeitfressender Nebenjob jedoch manchmal schon.

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